Page 146 - PSA-Katalog Hauser
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                 Handschutz
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 Handschutz – Richtlinien und Normen
Jeder Handschuh muss folgende Kennzeichnung tragen:
  Hände sind diversen Belastungen ausgesetzt, die sich wie folgt einteilen lassen:
    elektrisch
      durch Stromschläge / Störlichtbogen
  Vibration
von der Maschine durch die Hand auf den Körper über- tragene Schwingungen
     Strahlung
        radioaktiv / ionisierend
   Flüssigkeiten, Chemikalien, Mikroorganismen
z.B. Säuren und Laugen, Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren
    mechanisch
       z. B. Stich-, Schnitt- / Quetsch- verletzungen und Stöße
   thermisch
   z. B. Verbrennungen, Erfrierungen und Verbrühung durch heiße / kalte Flüssig- keiten oder auch durch Strahlungshitze
   
 

Name, Artikelnummer und Anschrift des Herstellers
Handschuh- und Größenbezeichnung
-Kennzeichnung, bei Kategorie III zusätzlich die Kennnummer der Prüfstelle, z.B.     0493
-Kennzeichnung ab Kategorie II, entsprechende Piktogramme, geltende Leistungsindikatoren und Referenz der EN-Norm
packung angegeben sein. Die Angaben zum Konformitätsverfahren wie bei Kategorie I: Selbstzertifizierung Kategorie II: EU-Baumusterprüfung PLUS Konformität mit der Bauart auf Grundlage einer internen Fertigungs- kontrolle
Kategorie III: EU-Baumusterprüfung PLUS Konformität mit dem Baumus- ter auf der Grundlage einer internen Fertigungskontrolle mit überwachten Produktionsprüfungen in unregelmä- ßigen Abständen ODER Konformität mit dem Baumuster auf der Grundlage einer Qualitätssicherung bezogen auf den Produktionsprozess
zes betrachtet. Nach EN 16350 : 2014 geprüfte Schutzhandschuhe können für alle Anwendungen des ESD-Produktschutzes eingesetzt werden. Bei der Bestimmung der Leitfähigkeit antistatischer Schutzhandschuhe gibt es Messmethoden nach folgenden Normen:
EN 1149 – Elektrostatischer Entladung
Diese Norm spezifiziert die Anforderungen und Testverfahren für Materialien, die zur Herstellung von antstatischerer Schutzkleidung (Handschuhe) zur Vermeidung von elektrostatischen Entladun- gen verwendet werden. Die EN 420: 2003 schreibt vor, dass die elektrostatischen Eigenschaften ge- mäß dem in der EN 1149 beschriebenen Testver- fahren geprüft werden müssen.
-Quelle
     Die Kennzeichnung bei Kategorie II und Kategorie III muss während der gesam- ten Lebensdauer des Handschuhs lesbar sein. Ist diese Kennzeichnung aufgrund der Eigenschaften des Handschuhs nicht möglich, muss sie auf der Außenver-
Informationen zu den wichtigsten Normen: EN 420*
Allgemeine Anforderungen
Die Norm EN 420 : 2003 legt die allgemeinen An- forderungen von Schutzhandschuhen in Bezug auf Gestaltung, Konstruktion, Unschädlichkeit, Tragekomfort, Zweckmäßigkeit, Kennzeichnung und Produktinformationen fest. Sie gilt auch für Armschützer. Handschuhe mit speziellen An- wendungsbereichen (z. B. sterile OP-Handschuhe u.ä.) unterliegen nicht der EN 420:2003.
EN 16350
Schutzhandschuhe gegen elektrostatische Risiken
Die EN 16350:2014 für Schutzhandschuhe gegen
elektrostatische Risiken ist die erste Norm, die ex-
plizite Anforderungen an Schutzhandschuhe stellt,
die in potentiell explosionsgefährdeten Bereichen
getragen werden. Vorher wurde für Schutzhand-
schuhe die Norm für Schutzbekleidung angewen-
det. Die neue Norm erfordert die Einhaltung zu-
sätzlicher Anforderungen für Schutzhandschuhe,
die in explosionsgefährdeten Bereichen getragen
werden. Um die Explosionsgefahr so gering wie
möglich zu halten, werden Prüfverfahren, Prüfkri-
terien, eine Kennzeichnung sowie eine Informati-
onspflicht bezüglich elektrostatisch ableitfähiger
Schutzhandschuhe festgelegt. Schutzhandschu-
he, welche erfolgreich nach EN 16350:2014 ge-
prüft wurden, können in brand- und explosions-
gefährdeten Arbeitsbereichen (z.B. Raffinerien)
eingesetzt werden und bilden ein essentielles Glied
in der Erdungskette (Handschuhe – Schutzbeklei-
dung – Schuhe – Boden). Im Zusammenhang mit
den elektrostatischen Eigenschaften wird häufig
auch die elektrostatische Entladung (electrostatic
discharge, ESD) im Bereich des Produktschut-
* Die EN 420 wird demnächst auf ISO-Ebene gehoben – ISO 21420 – aktualisiert wird u. a. das Thema potenzielle allergieauslösende Inhaltsstoffe wie Azo-Farbstoffe, DMFA und Nickel.
 EN 1149 – Teil 5 beschreibt die für eine Dekla- rierung von antistatischen Eigenschaften eines Handschuhs geforderten Kriterien:
• Oberflächenwiderstand < 2,5 x 109 􏰀
(oder Oberflächenwiderstand < 5 x 1010 􏰀
ODER
• Halbwertzeit T50 < 4 Sek.
• Für den Vertikalwiderstand (􏰀) gibt es keine
   EN 1149 – Teil 1 beschreibt den Test zur Mes- sung des Oberflächenwiderstandes in Ohm (􏰀) entlang der Oberfläche des Materials zwischen zwei spezifizierten (auf dem Testmuster / Prüfling ruhenden) Elektroden und einem Potenzial von 100±5V.
festgelegten Kriterien.
EN 61340 – ESD-Schutzausrüstung
Schutz von elektronischen Bauelementen ge- gen elektrostatische Phänomene. ESD-Kleidung ist Arbeitsbekleidung für Bereiche, in denen die Gefahr besteht, dass eine elektrostatische Entladung Materialien oder Bauelemente nach- haltig beschädigt oder zerstört. Die Bekleidung wird über zwei Messparameter getestet und bewertet:
• Punkt-zu-Punkt Widerstand – Hier handelt
             -Richtung
TESTMUSTER Messgerät
es sich um einen Widerstand zwischen allen Bekleidungsteilen (Widerstand Ärmel/Torso, Ärmel /Ärmel und dem Grundgewebe). Bewer- tungsvorgabe: weniger, also 1 x 1012.
  EN 1149 – Teil 2 beschreibt das Testverfahren zur Messung des Vertikalwiderstands in Ohm (􏰀) durch das Material zwischen zwei an den beiden gegenüberliegenden Oberflächen des Testmus- ters / Prüfling angebrachten Elektroden und ei- nem Potenzial von 100 ± 5 V.
• Ladungsabbau – Dieser gibt an, wie schnell eine aufgebaute Ladung durch Erdung abge- baut werden kann. Bei Bekleidung erfolgt die Ermittlung des Ladungsabbaus durch eine Zeitmessung während der Reduzierung des elektrischen Ladungspotenzials. Bewertungs- vorgabe: Ladungsabbau von Anfangspotential 1000 Volt auf 100 Volt (10 %) in weniger als 2 Sekunden.
   -Richtung
   TESTMUSTER
 -Quelle
Messgerät
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EN 1149 – Teil 3 beschreibt den Test zur Mes- sung der Halbwertzeit (T50 Sek.) für das Erreichen eines Abbaus von 50% der über eine Elektrode auf das Materal übertragenen Ladung.
ESD = Electrostatic Discharge / Elektrostatische Entladung.
EPA = Electrostatic Protected Area / ESD- Schutzzone.
       22.06.18 / Stünings Krefeld 21709 / #Vorschaltseite
Handschutz













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