Page 100 - Trailer Journal 2018/2019
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                 Velsycon-Siloaufsteller
nicht über das Heck herunterfallen kann. Zur Seite sind die Schwenkarme im Weg. In Skandinavien wurde schon vor 30 Jahren eine massive Stirnwand für Absetzer vor- geschrieben, weil man das Durchrutschen der Mulden verhindern wollte.
NEUERE ENTWICKLUNGEN
Der DIN-Ausschuss 2006 hat eine Überar- beitung seiner Behälternormen und der VDI zu einem neuen Blatt (17) der Richtli- nie 2700 vorgenommen. Jetzt ist es norm- gerecht, wenn die Behälter während des Transports längs und quer gesichert sind. Wie der Fahrer aber diverse Keile richtig positionieren soll, wenn er bei breiten Be- hältern selbst nicht mehr zwischen Behäl- terwand und Schwenkarm passt, wurde wohl mit Rücksicht auf die älteren Geräte am Markt verzichtet.
Neuere Absetzkipper bieten eine hyd- raulische Verbolzung der Mulden längs und quer. Damit ist der Fahrer von der Aufgabe entbunden, auf der Ladeplattform noch Si- cherungskeile zu stecken. Bis aber die Alt- Mulden mit der einseitigen Kipplagerung am Heck durch Modelle mit beidseitigen Lagern ersetzt sind, werden angesichts der durchschnittlichen Mulden-Lebensdauer noch gut zwei Jahrzehnte vergehen.
→ Der Vorteil des Absetzers ist, dass die Mulden – außer zum Kippen – immer waagerecht bewegt werden. Ein Nachteil ist die geringe Breite der Mulden von maximal 2 m. Damit eignet sich das System nur sehr ein- geschränkt für Ladeeinheiten mit gängigen Maßen wie DIN- oder ISO-Palette.
BAUFORMEN DER ABSETZER
Zu der ursprünglichen Bauform der parallel wirkenden Schwenkarme wurde bald die Einzelsteuerung entwickelt. Hierdurch las- sen sich Behälter auch im Winkel zum Auf- nahmefahrzeug abstellen und aufnehmen. Die nächste Optimierung sind teles- kopierbare Schwenkarme und der Schwen- karm in „Z“-Profil. So erzielt man höhere Reichweiten über das Heck hin und kann besser Mulden in tiefliegenden Absetzstel-
lungen (ebenerdige Müllbehälter) aufneh- men oder hinter Mauern platzieren.
Das Problem der Kettenaufhängung hat vor allem Meier-Ratio beschäftigt. Das Unternehmen besitzt Patente sowohl auf die hydraulische Niederspannung des Behälters („Hammer“) als auch auf die di- rekte hydraulische Verklammerung des Be- hälters mit den Schwenkarmen („Kobra“). Beide Verfahren setzen allerdings intakte Behälter voraus, ermöglichen hingegen das Auskippen ohne Fanghaken-Einsatz. Weltweit dominieren die einfachen Versi- onen die Absetz-Technik.
ABGLEIT- UND ABROLLTECHNIK
Die Idee der Gebrüder Terho in Finnland war, einen Kipprahmen mit zwei Seilwin- den auszurüsten. Diese waren in der Lage, eine Mulde auf den Rahmen zu ziehen. Zum Absetzen nutze man die Schwerkraft der Mulde auf den hochgestellten Kipp- rahmen. Deswegen heißt diese Variante Abgleitkipper. Um die Mulde ziehen zu können, besitzt diese am Heck Walzen und an der Stirn Adapterhaken, um die Seile einzuhängen. Dieses Verfahren wur- de als „Multilift“-Technik bezeichnet.
Eine ähnliche Variante ist die Ket- ten-Abgleittechnik. Hier wird statt des
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