Page 110 - Trailer Journal 2018/2019
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                  Tiefladeanhänger von Fliegl
antrieb der hinteren Achslinien angebaut werden – das erspart an Steigungen die zweite Zugmaschine.
AUSRÜSTUNGEN
In den leichten Tonnageklassen besitzen Tiefladeanhänger in der Regel federunter- stützte oder hydraulische Auffahrbühnen. Denn in vielen Fällen braucht man den Tieflader zum Transport von selbstfahren- den Arbeitsmaschinen von der Arbeitsbüh- ne bis zum Teleskopstapler über Bagger, Radlader, Schürfkübel und dergleichen. Es können aber häufig auch ganz gewöhnli- che Baustoffe auf dem Tieflader transpor- tiert werden. Deswegen sollten gerade die leichteren Modelle eine möglichst ausführ- liche Bestückung mit Ankerpunkten besit- zen, gern auch mit Steckrungen-Batterien oder Twistlocks, wenn auch der Baucontai- ner reisen muss.
Die nächste Ausbaustufe ist dann das absenkbare Tiefbett. Es wird meistens – aber nicht nur – als Sattelfahrzeug ge- baut. Hier ist zu unterscheiden zwischen
der Heckbeladung über Rampen und dem Absenken des Ladebetts auf den Boden durch Abkoppeln des Anhängerfahrwerks. Die nächste Variante ist, den Sattelhals ab- kuppelbar einzurichten. Hier erfolgt dann die Beladung des Tiefbetts von der Stirn- seite her. Man kann auch das Tiefbett hy- draulisch vorn oder hinten oder beidseitig auf Fahrwerksniveau anheben, so dass der Tieflader zum Semitieflader umgerüstet werden kann.
Die nächst höhere Ausbaustufe ist die Verbreiterung. Da Maschinen nicht immer, eher immer weniger, auf die 2.550 mm Außenbreite für Lastwagen Rücksicht neh- men, werden sehr häufig klappbare Tra- versen in die Außenrahmen integriert. Auf denen kann man dann zusätzliche Bohlen auslegen und so breite Fahrwerke von Ma- schinen abstützen. Diese Verbreiterung gibt es auch mit hydraulischer Unterstüt- zung, wenn es sich um größere Abstände handelt, die bei der Verbreiterung benötigt werden. Zur Verbreiterung gehört auch die Vertiefung. In vielen Fällen würde die Ar-
beitsmaschine auf einem 800 mm hohen Semitieflader die 4-m-Begrenzung nicht einhalten. Deshalb wurden Radmulden entwickelt, die dann aber für verschiede- ne Radstände angepasst werden müssen. Hierfür verwendet man Teleskope, eine Erfindung von Broshuis (1957). Ein Kasten- rahmen wurde in einen größeren Kasten- rahmen eingeschoben und beide wurden miteinander verbolzt. Der Zweck war zunächst, längere Ladungen mit einem Sattelanhänger fahren zu können, der an- schließend wieder auf die gesetzliche Nor- mallänge zusammengeschoben wurde.
Diese Teleskope gibt es bis heute in bis zu vier Stufen. Gefragt ist das zum Beispiel beim Transport von Windmühlen-Flügeln. Teleskope gibt es auch mit zwei Strän- gen im Tiefbett oder für große Aufgaben, wie den Transport von Transformatoren als Seitenträgerbrücke. Hier werden auf Schwerlast-Modulen über zwei seitlich ausschwenkbare brillenförmige Träger Transformatoren und ähnliche Geräte von hohen spezifischen Gewichten geladen.
ACHSEN, LENKUNGEN UND FAHRWERKSKONZEPTE
Tieflader-Achsen wurden jahrzehntelang mit Schichtblattfeder-Aggregaten ausge- rüstet wurden. Dann kam im Bereich der leichten Anhänger die Parabel-Federung – wegen des geringeren Wartungsbedarfs – und schließlich die Luftfederung. Bei den schweren Einheiten setzte sich aber die hydraulische Abstützung mit Stickstoff- Dämpfern durch.
In den meisten Fällen genügt dem Tief- lader die Starrachse oder eine Kombination von Starrachsen und Nachlauf-Lenkachsen. Die nächste Entwicklungsstufe ist die Stan- genlenkung: Ein Keil in der Sattelkupplung wirkt auf einen Drehkranz, der eine oder zwei Stangen antreibt, die auf einen Lenk- kranz einer oder mehrerer Achsen wirkt.
HYDRAULISCHE LENKUNGEN
Mit der Teleskopierbarkeit musste die Kraftübertragung für die Lenkungen fle- xibel werden, um die Längenunterschie- de ausgleichen zu können. Hier wirkt der Lenkkeil auf zwei Hydraulik-Geberzylinder und diese wiederum auf zwei Nehmerzy- linder. Ein weiterer Vorteil der Lenkhyd- raulik ist die Entkopplung von Geber und Nehmer. Wenn man jetzt die Nehmerseite
BAU | MASCHINENTRANSPORT
Tieflader
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 Überfahr-Tieflader














































































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