Page 12 - Trailer Journal 2018/2019
P. 12

                 TRAILERWELT
Trends
  Fahrerlose Transportsysteme von SSI Schäfer
Die Designstudie „Lastar IQ“ von Scania geht noch einen Schritt weiter: Dieser Kip- per verzichtet bereits auf eine Kabine, LKW und Aufbau werden eins.
LAGERAUTOMATISIERUNG
Auch in der Lagerhaltung und in der Dis- tribution werden zunehmend Strategien eingesetzt, die sich bereits in der Fertigung bewährt haben. So umfasst das Lagerhal- tungsangebot von DHL bereits eine Reihe automatisierter Systeme, die Betriebsab- läufe deutlich effizienter gestalten. Zum Beispiel sorgen Umlaufförderer und auto- matische Entnahmesysteme für kürzere Durchlaufzeiten und effektivere Prozesse, doch die Anfangsinvestitionen sind noch hoch. Häufig werden Umlaufförderer im Bereich der Elektro-Ersatzteile und Konfek- tionierung eingesetzt.
Im niederländischen Wolvega errichtet die Motip Dupli Group ein vollautomati- siertes Hochregallager mit 6.000 Paletten- plätzen. Lagertechnik und Software dafür kommen vom Intralogistikexperten Jungh- einrich: Regalbediengeräte, Fördertechnik und die für die Steuerung des Systems er- forderliche Software. Motip Dupli, europä- ischer Marktführer im Bereich Sprühdosen und Lackstifte, will darin Rohmaterialien, Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse la- gern. Das Gebäude wird 18 m hoch und eine Grundfläche von 2.950 m2 umfassen und wird direkt mit den bestehenden Produkti- onsanlagen verbunden. Das automatische Lager wird von Jungheinrich konzipiert. Die 6.000 Palettenplätze werden mit drei ganggebundenen Regalbediengeräten be-
dient, und die Fördertechnik sorgt für den Transport der Paletten zu zwei Zufuhr- und drei Abfuhrpunkten. Auch andere Logistik- flächen lassen sich schon heute automati- sieren.
Sobald im logistischen Umfeld standar- disierte Transporte erfolgen, können Pro- zesse mit Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) automatisiert werden, ohne dass eine fest installierte Fördertechnik die flexible Flächen- und Raumnutzung beeinträch- tigt. Hersteller wie SSI Schäfer bieten dafür kleine Fahrzeuge wie den „Weasel“ an, der für kleine Transporteinheiten wie Behälter und Kartons unter limitierten Raumverhält- nissen prädestiniert ist, aber auch größere FTS-Fahrzeuge, ausgerüstet mit Gabelhub oder Förderelementen für Paletten und Rollcontainer, wenn es um anspruchsvolle Aufgaben im Bereich Transport, Lagerung und Kommissionierung geht.
KLEINE VERBESSERUNGEN
Angesichts des immer stärkeren Fahrerman- gels wird der Automatisierungsgrad auch im Trailersektor noch schneller zunehmen. Um LKW-Fahrer zu binden, steigt überall die Bereitschaft, diesen Beruf angenehmer zu gestalten. Das muss aber nicht immer die große Roboterlösung sein, sondern fängt bei vielen kleinen Verbesserungen an.
Wer sich im Trailer-Journal informiert, findet für fast alle Branchen ergonomisch optimierte Aufbauten, die sich vergleichs- weise komfortabel und arbeitssicher be- dienen lassen, wenn man einmal 25 Jahre zurückblickt. Griffe und Verschlüsse am Aufbau können mit einer Hand bedient
werden, entsprechend ausgestattete Schie- beplanen- und Schiebedächer lassen sich schnell und einfach öffnen und schließen, und auch für Getränkefahrzeuge gibt es vie- le durchdachte Arbeitserleichterungen.
FERNBEDIENUNG
Viele Funktionen rund um den Trailer lassen sich bereits per Fernbedienung steuern, wie man es von Ladekranen her kennt, und Ka- meras verschaffen Einblicke in offene Kipp- mulden oder beim rückwärtigen Andocken an die Rampe. Auch Ladebordwände kön- nen schon per Fernsteuerung und Kamera aus der Kabine heraus bedient werden. Ein anderes Beispiel ist die S.KI Control App von Schmitz Cargobull, mit der sich viele Funkti- onen eines Kippers per Smartphone steuern lassen.
Neue Materialien und innovative Ver- arbeitungsmethoden machen die Trailer der Generation 2018/19 leichter, stabiler, haltbarer und wirtschaftlicher als je zuvor. LED revolutioniert die Beleuchtung im und rund um den Anhänger, und EBS macht die Bremsanlage zum intelligenten Hirn des Trailers. Dank der Telematik ist der Anhän- ger heute rund um die Uhr mit der Welt verbunden. Vergleicht man europäische Fahrzeuge mit Trailern aus anderen Teilen der Welt (siehe dazu das Kapitel „Hersteller global“), dann verfügen wir in Europa über die fortschrittlichste Technologie in diesem Sektor. Der heutige Fuhrparkleiter hat die Qual der Wahl, um seine Fahrzeugflotte zukunftssicher auszustatten: Hierbei bietet sich das Trailer-Journal stets als eine fun- dierte Quelle an. JÖRG MONTAG
10 trailer-journal
   

















































































   10   11   12   13   14