Page 137 - Trailer Journal 2018/2019
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                          te in Europa angeboten werden, reichen von der Langholz-Sattelzugmaschine mit hinter der Kabine montiertem Forstkran und Selbstfahrer-Nachläufer über den Dreiachs-LKW mit heckseitig montiertem Forstkran plus Rungen-Anhänger bis hin zum gewichtsoptimierten Dreiachs-LKW mit Alu-Alu-Rungenschemeln, ohne Kran und unter 3 t leichten Kurzholz-Anhängern.
LANGHOLZ
In Europa scheint der Kurzholzzug aus dem Langholzzug entwickelt worden zu sein. Denn Langholz wurde auf einem LKW mit einem drehbaren Rungenschemel und ei- nem „Nachläufer“, bestehend aus einer Zugstange und einem Fahrschemel mit Rungen transportiert. Die Rungen waren klappbar, um die Stämme mittels Seilwin- den gegen die Rungen der gegenüberlie- genden Seite zu ziehen. Vereinzelt wurden die Fahrwerke auch verstellbar gegen das Rungenpaar ausgeführt. Hier konnte ein Beifahrer bei engen Kurven eine „Nachlen- kung“ bewirken.
Diese Kombination aus LKW mit Run- genschemel und über eine Zugstange gekuppeltes Anhängerfahrwerk, das in der Länge verstellbar ist, ist heute noch in vielen Regionen der Erde Stand der Tech- nik. Bei uns wurde der mit der Zugstange geführte Nachläufer bald durch den Selbst- lenker ersetzt, ein Anhängerfahrzeug ohne mechanische Verbindung zum Zugfahr- zeug. Er funktioniert auch nur mit Ladung, also Rundholz, dass die Strecke zwischen dem Schemel des Zugfahrzeugs und dem Selbstlenker überbrückt. Im Moment des Kurvenlaufs der Zugmaschine wird der Schemel des Anhängers gegenüber dem Fahrwerk verdreht. Diese Drehbewegung wird auf die vordere Achse des Anhängers übertragen. Er lenkt sie wieder in Richtung Zugfahrzeug und bewirkt so den Gerade- auslauf, sowie der Zug wieder gestreckt läuft.
Diese Technik hatte in der Vor-EBS- Zeit gewisse Freiheitsgrade. Deswegen konstruierte Huttner für den Selbstlenker die durchgehend hydraulische Lenkung, machte ihn also zum Verwender der Tief- lader-Lenksysteme. Doll konterte mit der Vier-Zylinder-Selbstlenker-Lenkung und später mit der elektronisch gesteuerten Nehmerseite. Das Thema ist noch nicht ausdiskutiert, denn das Anhänger-EBS ver-
Huttner: Rungensattelanhänger
steht sich heute auf viele neue Zusatzfunk- tionen, und die in elektronisch geregelten Selbstlenkern versammelte Technik muss im Grunde nur mit der im Bremssystem angebotene vereinbart werden.
Ob der europäische Langholz-Zug in Zukunft einer mit Selbstlenker, einer mit Zweikreis-Hydrauliklenkung oder ein Selbstlenker mit elektronischer Über- wachung ist, ist in der Branche bis heute nicht ausdiskutiert. Da man heute an der Zugmaschine nur noch einen Lenkwinkel- sensor benötigt, lassen sich am Nachläu- fer elektro-hydraulisch und elektronisch geregelt, ganz neue Lenkkonfigurationen einrichten.
KURZHOLZ
Einen technischen Sprung machte der Holztransport, als es in der Reichweite und unter Last leistungsfähige Krane zu kaufen
→ Einen technischen Sprung machte der Holztransport, als es in der Reichweite und unter Last leistungsfähige Krane gab. Der gewöhnliche hydraulische Lade- kran darf Lasten nur senkrecht heben und senken, der Forstkran kann dagegen auch ziehen und drücken.
Ebert-Plateau mit Exte-Rungen
gab. Der gewöhnliche hydraulische Lade- kran darf Lasten nur senkrecht heben und senken, der Forstkran kann dagegen auch ziehen und drücken. Er besitzt deswegen gegenüber dem Ladekran geringere Reich- weiten, aber deutlich höhere Schwenkmo- mente. Das heißt, er kann auch bei schrä- ger Stellung im Gelände sich unter voller Last drehen.
Dadurch wurde der Langholztranspor- ter zu einer autonomen Maschine für das Laden und Fahren von Rundholz. Entspre- chend wurde der Kurzholz-Anhängerzug mit dem Ladekran am Heck des LKW und Drehschemelanhänger zu einem Standard- fahrzeug, allerdings mit sehr kundenspezi- fischen Ausrüstungen. Seit dem Zeitpunkt aber, wo der Harvester im Wald die dün- neren Bestände maschinell ablängen kann und der Forwarder diese Bestände auch für Straßen-Rungenfahrzeuge anliefert, wer- den die Langholz-Ladekran-Versionen mit Nachläufern allmählich zu einem Sonder- fall.
DETAILS
Der übliche Langholzzug hat auf dem Drehteller der Sattelzugmaschine einen Rungenschemel, und der Selbstlenker ist ebenfalls mit einem Rungenschemel aus- gerüstet. Man kann diese Kombination auch mit kranbaren Einlege-Plateaus aus- rüsten und erhält so einen Kurzholz-Sat- telzug, der häufig auch mit Ladeplattform und eingesteckten Rungen geordert wird. Dadurch ist er auch für Schnittholz und anderen Ladungen aus dem Bausektor ge- eignet. Und wegen des Ladekrans kann er selbständig be- und entladen.
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