Page 141 - Trailer Journal 2018/2019
P. 141

                 Der Tankwagen-Fahrzeugbau war offenbar eine Abspal- tung vom Tank-Waggonbau. In keiner anderen Anhänger- bauart gibt es sonst Fälle, wo der Hersteller sich in beiden Zweigen betä- tigt.
Der Tankwagen-Aufbau für LKW ent- wickelt sich bereits in den 1920er Jahren recht schnell. Sieht man sich die – inzwi- schen wieder veröffentlichten – Unterla- gen von Fruehauf in Detroit an, wurden in den 30ern munter Mineralöl-, Milchsam- melfahrzeuge und Gastanker produziert. Auch die Tankbauformen wurden bereits zu elliptischen und kofferförmigen Quer- schnitten modifiziert.
KESSELBAU
Die Herstellung eines Tanks ist im Prin- zip einfach: Man rollt einen oder mehrere Blechstreifen zu einem Rohr, schweißt die Stöße längs zusammen und dann Rohr- stück an Rohrstück rundum.
Schwieriger ist dann die Herstellung der Böden. Der Tank aus Metall stammt historisch vom Holzfass ab. Die früheren „Dauben“ sind durch den Mantel ersetzt, Ober- und Unterteil des Fasses sind die Bö- den. Weil der Tank liegt auf dem LKW oder Anhänger, findet man die Böden eben vor- ne und hinten.
LADUNGSGÜTER
Die hohe Schule der Tankwagen ist nicht der Kessel selbst, sondern seine Einrich- tungen zur Be- und Entladung. Die meisten Tankaufbauten sind Ein-Produkt-Fahrzeu- ge, deren jeweiliges Ladegut bestimmte
Lade- und Entladetechniken verlangt. Der Mineralöltanker wurde früher über die Domdeckel mittels Füllpistole geladen, wo- bei die gasförmigen Teile der Ladung in die Atmosphäre entwichen. Die Entladearma- turen dieser Tanker waren mit Gasmess- verhüter und Zählwerk recht kompliziert. Heute wird der Mineralöltanker im Gas- pendelverfahren be- und entladen. Eine Kontaminierung der Umwelt ist dadurch ausgeschlossen. Dafür besitzen diese Fahr- zeuge oft keine Zählwerke in den Abgabe- armaturen mehr. Entweder sind die Kam- mern geeicht (üblich in Frankreich), oder der Füllstand wird im Kessel elektronisch gepeilt.
Als hohe Schule der Kessel- und Ar- maturentechnik galt früher der Ein- bis Vierkammer-Chemie-Drucktank. Er konnte sowohl schwer fließende Materialien wie Paraffin oder Latex unter Druck entladen, aber auch Güter der Gefahrgutklassen 3 (brennbar) oder 6 (giftig) durch Schwer- kraft-Entladung liefern.
Vor den Produktwechseln ist immer eine Tankreinigung erforderlich. Hierzu müssen bestimmte – heute streng ge- prüfte – Reinigungsfarmen angesteuert werden. Um diese Leerfahrt zu vermei- den, wurde der Vierkammer-Volumen- Chemietank erfunden. Hier werden immer nurzweiKammern,1+4oder2+3ineiner Richtung befüllt, und erst nach der zweiten Entladung muss gereinigt werden.
TANKWAGEN UND TANKCONTAINER
Ab den 70er Jahren bekam der Stra- ßentankwagen Konkurrenz durch den Tankcontainer. Die ISO-Version des Kes-
Vlastuin/DE-Tec: Gülletankwagen
Bitumen-Sattelanhänger von Schwarzmüller
selwagens eroberte erst die weltweite Be- förderung von Flüssigkeiten, dann stellte die Chemieindustrie in Europa auf den in- termodalen Transport der Kessel um. Da- durch verlor der Chemie-Tanksattel für den reinen Straßentransport Marktanteile. Gewisse „alte“ Probleme blieben aber erhalten. So besitzt jedes Tankcontainer- chassis eine Abtropfwanne. Diese dient dazu, die Flüssigkeit, die sich zwischen Bo- denventil, Klappenventil und Blinddeckel
     Lösungen für fLüssigtransporte
  G. Magyar GmbH
Am Glüsig 6
D-39365 Harbke
Tel. +49 (0)39406 - 9204 28
Fax +49 (0)39406 - 9204 23 E-Mail: magyar-gmbh@gmagyar.de
G. MAGYAR SA
13, Avenue Albert 1er, F-21000 Dijon Tel. +33 (0) 380 53 22 22
Fax +33 (0) 380 45 27 02
E-Mail: magyar.sa@magyar.fr
www.magyar.fr
  trailer-journal 135
 La passion de la qualité!







































































   139   140   141   142   143