Page 142 - Trailer Journal 2018/2019
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                 BRANCHENLÖSUNGEN
Tankfahrzeuge | Armaturen
    MARKTEINTRITT SCHWIERIG
Der Mineralöltransport in der Feinver- teilung ist in Händen über Jahrzehnte gewachsener Unternehmen, die sich heute überlegen, auch in die CNG- und LPG-Verteilung einzusteigen. Der Streckentransport ist durch die massive Verschärfung der Qualitätskriterien der Hersteller sowohl bei Mineralöl wie auch Chemie zu einem Geschäft von großen Transportunternehmen geworden. Subunternehmer, die den Kriterien von Cefic (Verband der chemischen Indus- trie) nicht entsprechen konnten oder wollten, wurden gnadenlos aussor- tiert. Deswegen ist ein Markteintritt im Tanker-Bereich heute ausgesprochen schwierig. Die Zahl der Subunternehmer hat drastisch abgenommen. Es gibt aber noch genügend Mittelständler, die sich den Herausforderungen gestellt haben. Für Neueinsteiger eignet sich der Tank- sektor heute nicht mehr.
  Magyar: Milchtank-Aufbau
gesammelt hat, nicht auf den Boden trop- fen zu lassen.
Anders gesagt: das Bodenventil, in der Regel handhydraulisch betätigt, ist nicht ganz dicht. Dieser Zustand wird in der Branche offenbar als „normal“ angesehen, obwohl er es nicht ist. Denn auch Boden- ventile kann man austauschen.
BAUFORMEN
Die klassische Bauform ist der Rundtank. Im Bereich Mineralöl wurden auch kof- ferförmige Alu-Tanks gefertigt. Durch sie konnte man den Schwerpunkt niedriger halten. Mach dem Mineralöltanker-Unfall in Herborn 1987 wurden die Bauvorschrif- ten für Alutanks verschärft. Die Tanks mussten mit einer seitlichen Aluminium- „Bauchbinde“ nachgerüstet werden. In der Folge nahm der Anteil an Stahl-Rundtanks zu, bis durch verbesserte Alu-Legierungen wiederum auf die Verstärkung verzichtet werden konnte.
Heute wird vor allem für einen nied- rigen Schwerpunkt des Tanks gesorgt. In
HLW: Milchsammel-Tanksattel
den Nachbarländern verlangt man den „Flaschenhals-Sattel“. Dieser ist über der Sattelplatte verjüngt, und zum Heck nutzt der Kessel die volle Breite und Tiefe des Chassis. Diese Modelle sind nicht unbe- dingt kürzer als ein gestreckter Kessel, aber der Schwerpunkt ist günstiger.
Im Endverbraucher-Geschäft der Mineralöl-Verteiler ist nach wie vor der Koffertank dominierend, während in der Tankstellenbelieferung und der anderer Großkunden heute der Rund-Tanksattel vorherrschend ist.
RAHMEN UND FAHRGESTELLE
Ein Tankaufbau ist praktisch ein festes Rohr mit zwei Endböden auf dem LKW. Das Rohr ist starr und harmoniert deswegen überhaupt nicht mit den heute sehr elas- tischen Hauptrahmen der LKW. Deswe- gen ist die Befestigung des Tanks auf dem Fahrgestell nicht einfach. Die Aufbauricht- linien der LKW-Hersteller unterscheiden Tanks mit Hilfsrahmen und direkt mon- tierte Tanks. Letztere sollen nur an einer Stelle, entweder mittig oder am Heck, fest mit dem Chassis verbunden werden. An- sonsten verlangt man eine „federnde“ La- gerung. Tankanhänger werden häufig gar nicht mehr mit durchgebauten Fahrgestel- len ausgerüstet. Hier genügt beim Dreh- schemelanhänger ein Lenkkranz-Fahrsche- mel vorne und ein fester Schemel hinten. Auch beim Tanksattel ist das durchgehen-
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 TRAILER
TIPP

















































































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