Page 169 - Trailer Journal 2018/2019
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                  B-Double von H&W
Die zwei ersten Konzepte für lange Stra- ßenzüge wurden im Jahre 1903 vorgestellt: 1. Der „Durch-Lastzug“ in Deutschland,
entwickelt bei der AEG-Fahrzeugtochter NAG nach Plänen des Ingenieurs Joseph Vollmer. Ein üblicher Pritschenlastwa- gen zog zwei Drehschemelanhänger. Das Konzept fand seine Grenzen an der geringen Motorleistung (40 PS Nennleis- tung).
2. Der Roadtrain des französischen Militär- ingenieurs Charles Renard. Eine Zugma- schine (ohne Aufbau) zieht bis zu drei Anhänger. Die Anhänger besitzen drei Achsen. Die mittlere ist starr und wird jeweils vom vorderen Zugelement über eine Kardanwelle angetrieben. Die erste und die dritte Achse der Anhänger wer- den gelenkt. Renard verkauft das Kon- zept über die Daimler-Gesellschaft in Großbritannien bis nach Australien.
ANFANGSVERDACHT
Die Maße und Gewichte der LKW und Zug- kombinationen in der EU sind in der Ver- ordnung EG 96/53 festgelegt: also 40 t Ge- samtgewicht, 16,5 m Sattelzuglänge, 18,75 m Anhängerzuglänge. Die Kernaussage der Verordnung besagt, dass kein EU-Land Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen, die diesen Regeln entsprechen, die Einreise verweigern darf. Die Verordnung bestimmt aber nicht, ob und wie einzelne Staaten von dieser Regel abweichen können.
Tatsächlich sind in den Nationen um uns herum die Längen und Gesamtgewich-
te durchaus verschieden. Der Hintergrund der besonders schweren Konzepte ist, dass der 25,25 m lange 60-t-Zug ursprünglich ein Kompromiss in Schweden war: Und zwar statt der 24 m langen 60-t-Züge, die im Lande der Standard waren, auch einen 13,6 m langen Euro-Sattelanhänger in Kom- bination mit einer 7,82-m-Wechselpritsche auf dem Zugfahrzeug fahren zu dürfen.
60 TONNEN – 25,25 METER
Die 25,25-m-Regel ist allerdings von der Transporttechnik her nicht logisch. Ein konventioneller Sattelzug schleppt einen Tandemachsanhänger. Oder ein LKW mit 7,82-m-Pritsche schleppt mittels Dolly ei- nen Standard-Sattelanhänger gemäß EU 96/53. In beiden Fällen kann das Zugfahr- zeug – ohne technische Tricks – nur einen der beiden Ladungsbehälter rangieren.
20-ft.-Chassis mit Zweiachs-Dolly von D-tec ... ... zu kuppeln mit teilbarem 5-Achs-Chassis
Sinnvoller ist hingegen die Kombina- tion Sattelanhänger-Sattelanhänger. Ent- weder durch die Verbindung mit einem Deichselfahrwerk (Dolly) zum zweiten Sat- tel oder durch einen A-Trailer (in Australien auch „lead-trailer“). Dieses Fahrgestell be- sitzt am Heck eine Sattelkupplung und des- wegen einen verkürzten eigenen Aufbau. In zahlreichen Ausführungen ist dieser Auf- bau auch zum Heck hin verschiebbar, zum Be- und Entladen an Rampen.
In der nun zehn Jahre dauernden Dis- kussion in Deutschland fehlt völlig der As- pekt der Behältermaße. Wir haben 20-, 30-, 40- und 45-ft.-Container. Wir haben 7,45 m, 7,82 m und 13,6 m lange Wechselauf- bauten. Soll jetzt die Produktivität steigen, müsste man statt wie üblich zwei 7,45-m- EN-284-Wechselaufbauten drei ziehen können. Das ist mit 25,25 m nicht möglich,
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