Page 177 - Trailer Journal 2018/2019
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                    MASSGESCHNEIDERTE INFOS
Wichtig ist zuallererst festzulegen, welche Informationen aus dem Trailer überhaupt benötigt werden. Der Kurz- strecken-Citysattel braucht vermutlich Strecken-Nachverfolgung, Tür-Öff- nungszeiten und vielleicht noch EBS- Betriebsdaten. Für den Kipper-Transpor- teur sind Warte- und Kippzeiten wichtig sowie eine Bremsbelag- und eine Reifen- druck-Überwachung.
Der Vermieter braucht wahrscheinlich vor allem GPS-Ortung und Bremsbelag, kann aber auch nähere Betriebsdaten wie Aggregatgewicht, Bremsdrücke, ABS- und RSS-Eingriffe gut gebrauchen. Denn gewisse auffällige Kunden, gegen die man kaum an-reparieren kann, emp- fiehlt man gern weiter an die Wettbe- werber.
Heute ist es üblich, Telematik-Anlagen erst einmal in einem Testzeitraum aus- zuprobieren. Das ist dringend zu emp- fehlen, denn in letzter Zeit sind in der Branche wieder Verkaufsmethoden aus der „dot.com“-Zeit vor dem Jahr 2000 eingerissen. Schon damals wurde viel versprochen und oft ganz wenig gehal- ten. Das muss kein Fuhrparkbetreiber heute akzeptieren.
  Übersicht: Funktionen bei Kögel Telematics
Die Frage war, welche Informationen aus dem Trailer müssten separat vom Zugfahrzeug gesammelt werden? Für Be- treiber von Sattelanhängern, die auch im unbegleiteten Verkehr (intermodal) ein- gesetzt werden, ist die Positionsmeldung (per GPS oder dem russischen Konkurrenz- produkt Glonass) sehr wichtig. Die größte
→ Nimmt man nur die Sicherheit des Fahrzeugs zum Maßstab, so gibt es neue Probleme. Die Gegner der Transportbetriebe sind Unternehmen der organi- sierten Kriminalität, die sich auch zum Thema Telematik sachkundiges Personal leisten können.
Gruppe bildeten aber schnell die Betreiber von Kühlaufbauten. Temperaturen, Tür- öffnungszeiten, Kraftstoffvorrat, Koppel- status waren gefragt. Heute hat man die Zwei-Wege-Kommunikation und kann so Kühlgeräte fernsteuern.
WER KANN WAS?
Die Kühlkoffer sind die Pioniere der Da- tennutzung aus dem Trailer. Positionser- mittlung beherrscht jeder, aber die Daten aus dem Kühlgerät – das war schon eine Herausforderung. Denn die Kühlgeräte- Hersteller waren anfangs alles andere als kooperativ, da sie ihre eigenen Systeme verkaufen wollten.
Die Frage war, welche Daten aus dem Trailer zu gebrauchen wären. Zwei der drei Trailer-EBS-Hersteller bieten seit Jahren sogenannte „Betriebsdatenrekorder“ zur Auswertung an (Haldex fleet+, Wabco odr- tracker). Ursprünglich waren das Daten-
sammlungen, die nur über die stationäre Werkstatt-software ausgelesen werden konnte. Das Versenden der Daten mittels Telematik kam erst später. Anschließend geschah das, was wir aus der Anfangszeit der Telematik kennen: Es standen zu viele Daten zur Verfügung und niemand ver- stand sich auf die Interpreatation.
WAS BRAUCHT MAN?
Ein Kipperbetrieb benötigt die Ladepositi- on, das Ladungsgewicht und die Abkipp- Position, um die Rechnung zu schicken. Dafür kombiniert man GPS und die Aggre- gatlast-Daten. Wird häufig auf unbefestig- ten Wegen gefahren, ist eine Reifendruck- Überwachung sinnvoll, entweder nur die Überwachung oder auch mit Nachspei- sung.
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 TRAILER
TIPP


















































































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