Page 207 - Trailer Journal 2018/2019
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                     LASTVERTEILUNG BEACHTEN
Vor dem Einsatz eines Mitnehmstaplers ist zunächst die Einsatzart (befestigte Wege, Gelände) festzustellen. Dann muss der Leistungsbereich (Hublast) be- stimmt werden. Je nach Anbauposition sind die durch das „Kontergewicht“ des Staplers veränderten Lastverteilungsplä- ne zu erstellen. In einigen Ländern sind Freigaben der Fahrzeughersteller einzu- holen und Unterweisungen des Fahrper- sonals durchzuführen.
Wartung und Service für die Stapler ist aufgrund der Netzwerke der Hersteller nicht mehr das Problem. Die wichtigste Frage ist, ob das im Einstandspreis nicht gerade kleine Gerät von den Auftragge- bern im Frachtvertrag angemessen ho- noriert wird.
  parallel zur Ladeplattform. Das ist an Bau- stellen sehr praktisch, wenn der Platz zum Ausdrehen der Ladung fehlt.
SCHUBMASTEN UND GABELTELESKOPE
Konzeptionell bedingt, besitzt der Mit- nehmstapler einen in Längsrichtung ver- stellbaren Hubmast. Das ist erforderlich, um Ladungen dort aufnehmen und ab- setzen zu können, wo der LKW oder der Anhänger das Unterfahren mit den Rädern des Gabelchassis (im Bereich der Achsag- gregate) nicht erlaubt. Um jetzt auch die Paletten der gegenüberliegenden Fahr- zeugseite heben zu können, werden die Staplergabel an Scheren-Auslegern oder Hydraulikstempeln in den Gabeln entspre- chend verlängert.
Wie beim Stapler für befestigte Wege auch, sind die Hubmasten optional nicht nur längs, sondern auch quer verstell- bar. Eine Alternative zu den Schubmast- Konstruktionen ist der Teleskopmast. Hier wird Krantechnik in den Mitnehmstapler gebaut, um die nicht unkomplexe Schub- masttechnik zu vermeiden.
MITNAHM-AUFNAHME
Aufgrund der Zwei-Wege-Hydraulik kann sich der Mitnehmstapler mit den Gabeln in zwei Kastenrahmen am Heck anheben und dort verriegeln. Die Anordnung kann mit- tels Ketten gesichert werden. Andere Kon- zepte bevorzugen ausziehbare Traversen, auf die der Stapler abgestellt werden kann. Hier gibt es je nach Hersteller unterschied- liche Konzepte. Die Stapleraufnahme las- sen sich die Trailerhersteller gut bezahlen, weil es keine Standardisierung gibt.
BESONDERE BAUFORMEN
Jüngster Mitnehm-Stapler-Mitstreiter wurde im Jahre 1997 Palfinger, zunächst mit einem sehr innovativen ferngesteu- erten Knicklenker-Modell vom Typ Cray- ler BM (box mounted), der in einem Pa- lettenkasten Platz findet. Anschließend hat Palfinger zügig auch konventionelle „Anhäng“-Versionen vorgestellt, die mit Hilfe des hauseigenen Global-Netzwerks, so wie die Ladekrane auch, rund um die Welt vermarktet werden.
In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der in Europa aktiven Anbie- ter auf fünf reduziert. Neben Fragen der Einkaufskonditionen bei Motoren, Pum-
Manitou: Schubmast-Version
pen, Zylindern und dergleichen spielt wie beim Trailer auch der Service eine immer größere Rolle, so dass die vormals mittel- ständischen Anbieter heute im Verbund großer Unternehmen des „Material Hand- ling“ aufgehoben sind: Kooi und Moffet bei Hiab, in den Niederlanden King Lifter bei Terberg Machines, Frankreichs Manitou und Palfinger in Österreich stützen sich auf die Strukturen im eigenen Unternehmen. Dazu hat bald jeder, der sich nicht selber verzweigen möchte, rund um den Globus Kooperationspartner in Produktion und Vermarktung.
Das nächste Thema beim Mitnehm- stapler wird der elektrische Antrieb sein, den Moffett bereits anbietet.
LASTVERTEILUNG
Vor allem beim Sattelanhänger bedeutet das Anhängen des Mitnehmstaplers ein Problem für die Lastverteilung. Man behilft sich häufig mit einer Spreizung des Achs-
aggregates auf 1.310 mm + 1.810 mm und eine schnellere Betätigung der Liftachse. Beim Tandemachsanhänger gibt es ent- sprechende Schaltungen der ersten Achse, oder man versetzt das Aggragat zum Heck hin. Das hat wiederum beim „Normalbe- trieb“ ohne Staplerlast Nachteile in der Gewichtsverteilung. Hier ist zu empfehlen, die Zugverbindung auf 2.000 daN Belast-
barkeit aufzurüsten.
FOLKHER BRAUN
 ↓HERSTELLER · PROGRAMME
KING LIFTER (Terberg Machines) (NL-Ijsselstein, DE- Hamburg). Drei Baureihen (S, M, MC, dazu opitional 4-Wegetechnik 4W). Kleinstes Modell S mit Hinter- radantrieb, Leergewicht 1.280 kg, Ladekapazität 1,5 t und bis zu 2,8 m Hubhöhe. Schweres Modell M mit Duplexmast, Allradantrieb und Vier-Wege-Schal- tung, Lastkapazität bis 2 t und Hubhöhe bis 4,05 m.
www.terberg-kinglifter.de
MANITOU (FR-Ancenis). Durchweg Teleskopmast- Stapler Baureihen TMM und TMT in zehn Versionen. Einfachste Ausführung Heckantrieb mit 2,1 t Eigengewicht, 2 t Ladekapazität und 3,9 m Hubhöhe bis allradgetriebene Ausführung TMM 25 4W mit
2,5 t Hubkraft. Zahlreiche Masthöhen und weitere Ausrüstungsvarianten www.manitou.com
HIAB/MOFFETT (IRL-Dundalk). Insgesamt 6 Bau- reihen mit sehr ausgedehntem Zubehörprogramm. Häufig ladungsspezifische Konzeptionen für Bauwirtschaft, Getränkedistribution, Landwirt- schaft. Von Lenkachs-Antriebs-bis Vierweg-Allrad- Versionen, Komplettangebot. E-Serie mit elektri- schem Batterieantrieb. www.hiab.com
PALFINGER (AT-Salzburg). Produktreihe Crayler. Baureihe BM (Box montiert) Knicklenker mit Fernsteuerung. Baureihe F3 mit Teleskopgabel- oder Scherenvorschubsystem. Auch 4W-Allradversionen. Alle Stapler mit Oberflächenschutz KTL und Pulver- lack. www.palfinger.com
STONEHALL (IE-Shannon). Zwei Hubmast-Modelle mit Ladekapazität von 1,5 und 2 t, beide mit Teleskop- gabeln als Standard. Modelle mit Teleskopmast bis 3 t Hublast, Heckantrieb, Allradversionen. Va-rianten für die Branchen Bau, Agrar, Geflügelindustrie, Getränke, Energieversorgung. www.stonehall.com
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