Page 231 - Trailer Journal 2018/2019
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                          Wer sich heute darüber informieren möchte, womit unsere Ver- wandtschaft beschäf- tigt ist, findet in unserer Übersee-Herstellerliste einige Hinweise. Wir haben ja ein weltweit verwendetes La- dungsbehälter-System: den ISO-Container. Aber selbst die weltweit hergestellten Con- tainer-Chassis sind aber bis auf die Grund- maße der Verriegelungen alle verschieden.
UNTERSCHIEDE
Die Ursachen sind einmal die verschiede- nen nationalen Regeln für Maße und Ge- wichte. Ein US-amerikanisches 40-ft.- oder ein 53-ft.-Chassis hat zwei Achsen mit Dop- pelbereifung, 2S/1M-Antiblockiersystem und ein zulässiges Gesamtgewicht von 30.481 kg. Ein 40-ft.-Chassis made in Chi- na hat drei doppelt bereifte 13-t-Achsen und einen Satteldruck von 15 t. In beiden Ländern wird mit 6x4-Zugmaschinen gefahren, aber mit ganz unterschiedli- chen Gesamtgewichten. Das merkt der Container-Fahrer in Europa, wenn er 40er
Boxen aus Übersee aufnimmt: Die sind häufig vorne schwerer als hinten, weil man die höhere Traktion schätzt. In Europa gibt es deswegen teleskopierbare 40-ft.- Chassis, die zwei 40-ft.-Stellungen für das Achsaggregat besitzen, um eine Überla- dung der Antriebsachse zu vermeiden.
GEMEINSAMKEITEN
Trotz solcher Verschiedenheiten gibt es Gemeinsamkeiten. Alle Trailerhersteller müssen mit den Rahmenkonstruktionen der LKW-Hersteller klarkommen. Und die sind überall verschieden, weshalb die Hilfsrahmen-Konstruktionen heute Lochleisten-Profile sind, die längs und quer jedem LKW-Rahmeneinzug ent- sprechend eingerichtet werden können. Deswegen ist der Sattelzug weltweit die am häufigsten verwendete Art der Zug- bildung. Hier hat man nur den Inch-Kö- nigszapfen in 2 und 3 1⁄2 Inch Stärke, eine Sattelhals-Kontur gemäß ISO 1726 – und was weiter hinten gebaut wird, sind nach Einfriedung durch Gesetzgebungs-Limits Fahrzeuge nach den Anforderungen der
Kunden. Das ist weltweit überall gleich. Ob jetzt halb Europa kathodisch tauch- grundiert, ob feuer- oder spritzverzinkt wird, ist für viele Gegenden auf der Erde völlig uninteressant. Es fehlt das geeig- nete schlechte Wetter, die Salzlake auf den Straßen im Winter oder ein Interesse der Leasing-Gesellschaften an einer über das Notwendigste hinausgehende War- tung.
ZUKUNFTSFRAGEN
Interessant wird in den nächsten Jahren die Antwort auf die Frage, ob und wie sich elektronische Bremssysteme in LKW und Zugkombinationen durchsetzen. Wir in Eu- ropa erinnern uns ungern an ein Jahrzehnt mit technisch schwer aufeinander abzu- stimmenden pneumatischen und elekt- ronischen Zugeinheiten. Wie das Thema weltweit auf die Reihe gebracht wird, muss man abwarten.
Wir Europäer haben unser Lehrgeld schon bezahlt, unserer Verwandtschaft sollten wir bei der Optimierung zur Seite stehen. FOLKHER BRAUN
Afrit, Südafrika: Langkombination als Curtainsider
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