Page 26 - Trailer Journal 2018/2019
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                                  St-700-Stähle verwendet. Noch höhere Anforderungen werden im Kranbau erfüllt, wo heute schon mit St 1400 operiert wird. Solche Stähle können aber nur Spezialisten kanten und (laser-)schweißen.
Bereits in den 50er Jahren, unter tat- kräftiger Mitarbeit eines Aluminium- Herstellers in der Schweiz, wurden Alu- Fahrgestelle entwickelt. Diese bilden heute insbesondere bei den Massengut-Aufbau- ten wie Kipper, Silo und Schubboden eine nicht gerade kleine Spezialitätengruppe. Schon in den 60ern verwenden die Alu- Experten Schrauben als Fügetechnik. Weit verbreitet ist diese heute in Fahrgestellen für Kippsilos.
Vor rund 20 Jahren wurde das Strang- ziehverfahren von Garnen in Europa popu-
PLANENFAHRZEUGE
Fahrgestelle | Hilfsrahmen
lär. Wenn man die Garne durch ein Bad aus Harzen zog, konnte man extrem leichte Profile herstellen. Parallel dazu wurde das Garn-Wickelverfahren (filament winding) entwickelt, welches die Querträger für die- se Kunststoff-Längsträger lieferte.
Mitte der 90er Jahre wurden in Belgien Schubboden-Sattelanhänger angeboten, die komplett aus Kunststoffkomponenten hergestellt waren. Diese von Composit- trailer in Lokeren mit Trägermaterial aus Italien gefügten Fahrzeuge waren in der Praxis nicht besonders erfolgreich. Es gab dann von Meierling auf der IAA einen Voll- Kunststoff-Rahmenbau mit einer Alu-Kipp- brücke, die ein Einzelstück blieb. Ebenfalls auf der IAA stellte die Kögel Fahrzeugwer- ke GmbH einen „Voll-Carbon“-Curtainsider
→ Die heutige Herstellungs- technik erlaubt viele Freiheiten, ein Fahrgestell zu gestalten:
in Richtung Leichtbau, Ver- schlankung (Halshöhe), Ver- stärkung (Punktbelastung) oder Modularisierung (Kombination von Fahrgestell-Komponenten).
vor, der vor allem durch seine tief gezoge- nen Seitenschürzen imponierte. Nach der Pleite der GmbH verwendete Kögel Trailer den Auflieger im Werk Burtenbach als Ma- teriallager – ohne Seitenschürzen. Wobei sich herausstellte, dass nicht das komplet- te Chassis, sondern nur der Sattelhals aus Kunststoff hergestellt war.
Auf der Nufam 2013 stellte Ackermann- Oschersleben einen im Pultrusionsver- fahren (Strangziehtechnik) hergestellten Zentralachsanhänger-Längsträger vor. Diese Längsträger werden mit den Stahl- Querträgern nur verklammert. In weiser Voraussicht, denn die Schraub-Klebetech- nik von Composittrailer erwies sich nicht gerade als haltbar. Da auch Martin Mariet- ta Composites in den USA das Projekt still- gelegt hat, ist vorläufig davon auszugehen, dass diese Technik im Fahrzeugbau nach 20 Jahren Anlauf immer noch nicht etablie- ren konnte.
SCHWEISSEN ODER SCHRAUBEN
Nachdem gut 90 Jahre lang die Schweiß- technik im Trailer-Fahrgestellbau die üb- liche Verfahrensweise war, stellte die SEG Samro in Frankreich 1998 das mit Maschi- nenschrauben zu fixierende Sattelfahrge- stell (SRV2) vor. Grundgedanke war, diese Fahrgestelle im 9er-Paket auf einem fertig gebauten Plateau überall in Europa mit zwei einfachen Vorrichtungen montieren zu können.
Samro verwendete schlichte Maschi- nenschrauben zur Befestigung. Das Unter- nehmen gab aber den Bau geschweißter Fahrgestelle bis zu seiner Stilllegung 2013 niemals auf.
Erste Verwendungen von Schraubver- bindungen findet man bei Stahl-Achsbö-
  Sattelchassis light, Kögel
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Alu-Fahrgestell, geschraubte Querträger, Spitzer
 
















































































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