Page 32 - Trailer Journal 2018/2019
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                 Es kommen hier sowohl Aluminium- als auch Stahlbleche zum Einsatz. Sehr oft besitzen diese Tafel Maserungen, die als Tränen-, Riffel- oder Raupenblech bezeich- net werden. Diese Erhebungen auf den Blechen haben nichts mit einer Erhöhung des Reibbeiwertes zwischen Boden und Ladung zu tun. Vielmehr handelt es sich oft nach einem Prüfverfahren der Gesetzli- chen Unfallversicherungen in Deutschland (GUV-R 181) ermittelte Rutschhemmungen des Bodens gegenüber nach EN 20345 zu- gelassenen Sicherheitsschuhen. Die Eintei- lung erfolgt in vier Klassen, wobei die im Fahrzeugbau verwendeten Modelle meist der höchsten Stufe R 13 genügen. Alumini- um-Böden findet man häufig in Nordame- rika auf Ganzalu-Tiefladern und, wie in Eu- ropa, in Kühlfahrzeugen.
VERBUND-BODENPLATTEN
Die häufigste Bodenplatte mit Verbund- technik ist die Schichtholz-Platte. Es gibt aber auch Verbünde aus verschiedenen Werkstoffen. Die häufigste Ausführung ist der Kühlkoffer-Boden: Je nach Ausführung werden dafür Polyurethan- oder Polystyrol- Schaumplatten mit einer GFK- oder Stahl- deckschicht-Unterseite versehen. Neben
unterschiedlichsten Querverstärkungen zur Anbindung von Fahrgestell-Segmenten wird eine Plywood-Platte als wesentliche Tragschicht aufgeklebt. Die dann aufgeleg- te Aluminium-Raupenblech-Platte dient im Grunde nur als Deckschicht gegen das Eindringen von Feuchtigkeit.
Die Kunststofftechnik bietet darüber hinaus zahlreiche Kernmaterialien, die mit verschiedenen Deckschichten kombiniert werden können. Das gilt auch für Fahr- zeugböden. Vereinzelt wird Stabholz oder Schichtholz mit Kunststoffmaterialien um- mantelt, vor allem als Wetterschutz bei of- fenen Pritschen.
REIBBEIWERTE
In der Technik der Ladungssicherung wird grundsätzlich immer eine Reibpaarung zwischen Ladeboden und Ladegut ange- nommen, die zur Abbremsung der Ladung führt im Falle einer Krafteinleitung. Das heißt, der Gleit-Reibbeiwert „μ“ ist im- mer größer null. Bei einer Reibpaarung, etwa Metall-Holz, wird zum Beispiel μ = 0,25 bis 0,5 angenommen (VDI-Richtlinie 2700/2004 P. 1.3.2.2, Details in VDI 2700 Blatt 14/Entwurf 2009 und EN 12195-1). Das heißt verkürzt ausgedrückt, die zu sichern-
de Gewichtskraft der Ladung ist um diesen Faktor rechnerisch zu vermindern. Es gibt zahlreiche Untersuchungen zur Ermitt- lung diese Beiwerte bei unterschiedlichs- ten Reibpaarungen, allerdings nie unter tatsächlichen Fahrbedingungen, zum Bei- spiel während des Ausfederns. Ist nun ein Ladeboden auf der Oberfläche verschlissen (Plywood-Phenolharzfilm ist abgetragen) oder verschmutzt, verschlechtern sich die Werte.
UNTERBAU
Eine alte Konstrukteurs-Regel besagt, dass der Boden immer nur so gut ist wie seine Unterstützung durch Rahmentei- le. Der klassische Pritschenaufbau be- sitzt Querträger im Abstand von 300 bis 400 mm. Weil diese Anordnung oft als zu schwer erschien, wurden die Querträger auf Abstände bis zu 1.600 mm gespreizt und der Boden wurde durch Längsträger gestützt.
Heute, in Zeiten, wo man jedes Stahl- oder Aluprofil für kleines Geld durch das Einbringen von Löchern im Gewicht opti- mieren kann, ist die Anordnung der Unter- fütterung im Grunde kein wichtiges Thema mehr. FOLKHER BRAUN
PLANENFAHRZEUGE
Böden
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    ↓HERSTELLER · PROGRAMME DEUTSCHLAND
ARNOLD UMFORMTECHNIK (DE-Forchtenberg).
Bohr- und Schrauben-Setzanlagen für alle Arten von Boden-Bodenunterbau-Kombinationen. Besondere Schraubengewinde (Taptite) mit Torx 40 Senkköpfen. Sehr gleichmäßige Verschraubung.
www.arnold-cargo.com
BLOMBERGER HOLZINDUSTRIE (DE-Blomberg). Unter der Produktreihe „Delignit“ Schichtholzböden für den Fahrzeugbau in 8–60 mm Stärke, Sperrholz aus Bu- che zwecks erhöhter Nutzungsdauer, verschiedenste Kunststoff-Oberflächen. www.delignit.de
KÖMMERLING (DE-Pirmasens). Vier Materialien für die Bodenbeschichtung, zwei auf Polyurethanbasis, pur oder mit Quarzsandanteilen, zwei auf Epoxidharz- Basis, je für unterschiedliche Einstreumaterialien und Quarzsandanteil. Körapox BS85 auch geeignet als Di- rektauftrag, d. h. Haftvermittler und Korrosionsschutz auf sandgestrahlten Eisenteilen. www.koe-chemie.de
OTTENSTEINER KUNSTSTOFFWERK (DE-Ahaus). Kunststoff-Verschleißauskleidungen („Okuslide“) für Aufbauböden und -wände auf Basis von UHMW-Poly-
ethylen. Hauptsächliche Verwendung als Deckschicht für Kipper, aber auch andere Anwendungen bei abrasiven Schüttgütern oder Gefahr von punktuellen Beschädigungen. www.okulen.de
QUADRANT (DE-Vreden). Unter der Produktbezeich- nung Quick Silver Kunststoff-Auskleidungen für Kippmulden. Temperaturbeständigkeit bis 180 Grad Celsius. www.quadrantplastics.com
RHINO LININGS (DE-Dreieich). Spritzbeschichtungen jeder Art von Fahrzeugböden oder Aufbauwannen oder -wände auf Polyurethan-Basis. Einige Materia- lien auch auf Cintec-/Piek-Prüfbasis zugelassen für Low-Noise-Anwendungen.
www.rhinoliningseurope.com
EUROPA
ATC (NL-Almelo). Spezialist für auf Maß zuge- schnittene Böden, darunter Hartholzbohlen oder Stabholzausführungen. Auf Wunsch kombiniert mit Omega-Verstärkungsprofilen als Komplett-Satz für den direkten Einbau. www.atcbv.com
BOSTIK (NL-s’Hertogenbosch). Boden-Anstrich auf Polyurethan-Basis zum Auskleiden von Pritschen- Holz- und Metallböden, Produktname „Marothaan“. Speziell auch für Kofferfahrzeuge, die nach nieder- ländischen Lärmschutznormen („Piek“) eingerichtet werden sollen. www.bostik.com
DESIGN COMPOSITE (AT-Mittersil). Selbsttragende Bodenpaneele Air-board in 35 mm Stärke mit Polypropylen Wabenkern und glasfaserverstärktem Polyesterlaminat als beidseitige Deckschicht, Ober- fläche auf Wunsch besandet. Einsatz in Aufbauten für leichte Nutzfahrzeuge.
www.design-composite.at
KOSKISEN (FI-Järvelä). Sperrholzplatten, nicht nur
für Bodenkonstruktionen, sondern auch Wände und Türen. Standardausführung Koskideck in Stärken von 6 bis 30 mm in verschiedensten Formaten. Kanten- bearbeitung und montagefertige Bodenplatten auf Wunsch. www.koskisen.com
METSÄ GROUP (FI-Espoo). Birkenfurniere unbeschich- tet oder beschichtet zur Auskleidung von Kasten- wagen. Aufbau-Bodenplatten in verschiedensten Ausführungen, Markenname Finnforest.
www.metsawood.de
TRIPAN (AT-Hörsching). Technisch hochentwickelte Wabenpaneele mit Glasfaser- oder Carbonfaser- Decklagen sowie Wabenkernmaterial in Aluminium oder Hartschaum. Sehr leichte und zugleich sehr feste Materialien zur Anwendung in komplexen Fahrzeugaufbauten wie Feuerwehr-Rüstfahrzeugen oder Aggregateträgern mit hohen Lärmschutz-Krite- rien. www.tripan.at
































































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