Page 59 - Trailer Journal 2018/2019
P. 59

                  MBöbelauflieger mit Lenkachse von Weka
emerkenswert ist, dass der Tro- ckenfracht-Koffer in Zentral- europa erst in den 60er Jahren nennenswerte Marktanteile erobern konnte. Als man Alu-
Aufbaukonzepte aus den USA kaufte oder kopierte, standen endlich leichte Modelle zur Verfügung. Bis dahin war der europäi- sche (Möbel-)Koffer noch ein massivholz- schweres Teil, dessen leichteste Sektion das Dach aus Stahlblech-Tafeln war.
URSPRÜNGE
Der rationell gebaute Trockenfracht-Koffer entstand offenbar, als Fruehauf in Det- roit im Jahre 1914 den Sattelanhänger er- fand. Das Trennen von Ladegeschäft und Transport wurde schnell als enormer Ratio- nalisierungsvorteil begriffen. Also wurden Aufbauten benötigt, die als „verlängerte“ Lagerhalle verwendet werden konnten. Hierfür waren und sind Kofferfahrzeuge am besten geeignet.
Als Basismaterial für Kofferwände wurde in Detroit zunächst gesicktes Stahl- blech verwendet, gern auch Edelstahl. Mit der Erfindung des „Monocoque“ 1939 durch Frederick Reid (US-Pat. 2,303,580) beginnt die Karriere der Gitterkonstruktion und deren Beplankung mit Aluminium-Ta- feln. Diese Technologie wird auch als „post and sheet“ bezeichnet. Die Aluminium- Industrie fördert später die Verwendung des Leichtmetalls im Fahrzeugbau. Dabei erweistsichdasStrangpress-Verfahrenals sehr hilfreich: Mit ihm werden verschie- denste Profile hergestellt, die als Rahmen- bauteile, Einfassungen oder Wandbauteile verwendet werden. Dadurch wird vor al- lem das arbeitsintensive Nieten von Ble- chen vermieden.
Weka-Kofferauflieger mit Ladebordwand
→ Wegen der großen Verbreitung der Wechselkoffer, die in den Systemverkehren von Paket- und Expressdiensten benutzt werden, ist der Trockenfracht-Sattelkoffer
in Zentraleuropa ein eher seltenes Aufbaukonzept.
Heute steht die Alu-Tafelwand nicht nur in Konkurrenz zur Plywood- oder GFK-Wand, zunehmend wird auch band- verzinkter Stahl mit einer dünnen PUR- Schicht als Kernmaterial verwendet (zum Beispiel das 1996 erstmals vorgestellte Wabash Duraplate).
ANWENDUNGSFÄLLE
Im gebietsnahen Verteilerverkehr hat der Trockenfrachtkoffer den einfachen Transporter-Kastenwagen zum Wett- bewerber. Dieser ist zwar in Sachen Ladungssicherung ein recht kompliziertes (weil gering ausgestattetes) Gütertrans- portmittel, er ist aber vergleichsweise günstig. Der Kofferaufbau kann hingegen exakt auf die Ladungsarten zugeschnitten
werden. Das beste Beispiel sind die Paket- Lieferwagen in den USA, deren Regal- und Türanordnungen seit 30 Jahren auch in Europa hergestellt werden.
Zunehmend werden in der Gewichts- klasse bis 3,5 t Trockenfracht-Koffer verwendet. Erkennbar ist das an der Tatsache, dass die Fahrzeughersteller be- stimmte Standardmodelle ab Werk ver- kaufen. Ein wichtiger Kundenkreis sind die Vermieter, die meist für den 7,49-Ton- ner Kofferaufbauten ordern.
Bei den Schwergewichten dominiert in Europa der Wechselkoffer nach DIN 283/284. Der Grund ist die Entwicklung der Systemverkehre von Paket- und Ex- pressdiensten. Zunächst bediente man sich der vom ISO-Container bekannten Wandtechnik der Stahl-Trapezbleche. Später kamen auch Stahl-Glattwandver- sionen hinzu.
Wegen der großen Verbreitung dieser Wechseltechnik ist der Trockenfracht-
ALU-CARGO-TOR
Charakteristika des ALU-CARGO SEKTIONALTORES:
• Hochwertige, unempfindliche Oberfläche aus pulverbeschich- teten Aluminium-Profilen
• Extrem leiser Torlauf
• Prädestiniert für Auslieferungen nach 20.00 Uhr in Wohngebieten
Ladungssicherung:
• DIN EN 12642 Code XL (Prüfkraft 8100 daN)
• Wasserdicht aufgrund innenliegender Seile
Einbruchhemmend gemäß EN 1627:2011 und NEN 5096:2012 RC2
Novoferm Siebau GmbH
57223 Kreuztal
Tel. 0 27 32 202-260 · Fax 0 27 32 202-291 info@siebau-cargotore.com
   Trockenfracht auf leisen Sohlen!
           trailer-journal 55
 Trockenfracht
auf leisen Sohlen!



































































   57   58   59   60   61