Page 60 - Trailer Journal 2018/2019
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                 GESCHLOSSENE FAHRZEUGE
Trockenfracht-Koffer
      Luftfrachtkoffer von SDC Trailers
  Aluteam-Kofferbausatz, montiert
Sattelkoffer in Zentraleuropa ein recht seltenes Aufbaukonzept. Es steht zudem immer Wettbewerb mit dem in viel größe- ren Stückzahlen gebauten Kühlkoffer, der ja auch Trockenfracht fahren kann.
INNENAUSSTATTUNGEN
Klassische Innenauskleidungen bei Kof- ferfahrzeugen finden sich zum Beispiel im Möbeltransport. Hier wird noch häufig handverlesen be- und entladen, so dass Zurrschienen, Sperrholz- oder Filzausklei- dungen verlangt werden. Koffer für Sam- melgut benötigen starke Seiten- und Stirn- wand-Schutzleisten, weil hier Stapler und Hubwagen Paletten und andere Ladungs- behälter an den Wänden entlang schieben oder drücken. Der Grund ist, dass die La-
Kofferaufbau mit Wingliner-Schwenkwand
deeinheiten meist nicht hundertprozentig den Palettenmaßen entsprechen.
Unter Sammelgut-Bedingungen un- terliegt der Koffer auf der Innenseite sehr hohen Belastungen. In Ländern wie in Nordamerika wo der Trockenfracht-Sat- telkoffer das am häufigsten gebrauchte Trailer-Modell ist das sogenannte „scuff- leband“ („schlurfen“ von Ladungen an den Seiten) ein wichtiges Thema: wie schützt man den Koffer-Innenraum vor Beschädi- gungen durch Stapler-Aktivitäten?
In Europa ist das Thema nicht so dringend, weil das frühere Sammelgut- Geschäft heute unterteilt ist in Express-, Paket- und das traditionelle Stückgut- Geschäft. Die ersten beiden sind für die Be- und Entladung recht unauffällig. Das
Stückgut ist dagegen heute überwiegen in Stahldeckschicht-Koffern unterwegs, wo die seitlichen Randprofile wegen der zu erwarteten Beschädigung gleich hoch- gezogen wurden. Je nach Ladungsart sind ein bis zwei Ankerschienen erforderlich,
LEICHT- ODER MASSIVBAU?
Es gibt eine Reihe von Standardkonzep- ten wie den 13,6-m-Sattelkoffer oder die 745- und 782-Wechselkoffer, jeweils mit Plywood, Stahl- oder Verbundma- terial-Kasten. Bei den kleinen Modellen, die nicht mit Elektro-Hubwagen oder Stapler befahren werden, ist konse- quenter Leichtbau das Gebot. Bei den schwereren Modellen ist wegen des Be- fahrens vom Heck her auf eine stabile Bodenplatte samt Unterbau und ein wi- derstandsfähiges Heckportal zu achten. Diese Basis-Funktionen können dann natürlich mit bestimmten Ein- und An- bauten verfeinert werden. Aber auch hier gibt es Standard-Ausrüstungen wie Aircargo-Rollenschienen oder die Möb- lerausstattung. Die komplizierteren Mo- delle mit Seitentüren, hydraulischen Sei- tenwänden und dergleichen behandelt man besser wie Tank-und Silofahrzeuge: man fährt sie bis zum technischen K.O. Denn als Gebrauchtfahrzeug erzielen diese Modelle keine adäquaten Preise. Und ein möglicher Wettbewerber käme billig an teure Technik.
Auf halber Nutzungsdauer spendiert man dem Gefährt dann schon mal neue Achsen, eine neue Beleuchtung und ein aktuelles EBS, das war es aber auch schon. Denn zwei Jahrzehnte halten die- se Modelle locker durch.
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 TRAILER
TIPP

















































































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