Page 66 - Trailer Journal 2018/2019
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                           stattgefunden, da die EU im Unterschied zu Deutschland vorher für den PKW- Führerschein bei 3,5 t Gesamtgewicht die Grenze setzt. Hierdurch haben die Light-4,5- bis 7,5-t-Solowagen an Markt- anteil zugunsten der 11,99-Tonner ver- loren. Dann hat die Mautpflicht bis herunter auf 7,5 t, wie im Frühjahr 2015 in Berlin beschlossen, die leichten LKW wieder ins Spiel gebracht. Ihre Nutzlast je Lademeter war schon immer sehr be- scheiden. Entscheidend ist nun einmal immer das Ladungsgewicht in Relation zu den Streckenkosten.
• Die Leichten. Hier werden die Innen- abmessungen nicht nach Europaletten (800 x 1200 mm) sondern nach Eurokis- ten (400 x 600 mm) konzipiert. Unter- scheiden muss man, ob man nur den Zugriff auf den Laderaum durch Türen (hinten, rechts, links) oder auch die Hub- wagen-Befahrbarkeit verlangt. Erfah- rungsgemäß unterscheidet die Branche den Zugriff von außen und ordert ent- sprechend kleine Kühlkoffer, oder solche „begehbaren“ mit 2,0 m Innenhöhe.
KÜHLLUFT-FÜHRUNG
Die wichtigste Funktion im temperatur- führenden Koffer ist die gleichmäßige
GESCHLOSSENE FAHRZEUGE
Kühlfahrzeuge | Kühlaggregate
→ Die wichtigste Funktion im temperaturführenden Koffer ist die gleichmäßige Verteilung der Kühlluft. Wie diese Verteilung funktioniert, erfährt man nur, wenn man den Koffer mit und ohne Ladung mittels Thermo- graphie untersucht.
Ladung mittels Thermographie untersucht. Die Luftkanäle der Fahrzeughersteller sind in der Regel auf eine gleichmäßige Verteilung der Kühlluft zu den Seiten und zum Heck hin ausgelegt. Die Kühlluft wird dann mittels Rückluft-Kanälen an der Stirnwand von unten wieder angesaugt. Wenn am Heck zu wenig Raum für die Um- lenkung vorhanden ist, baut man Kanäle
innen in die Hecktüren.
Die Verteilung der gekühlten Luft
ist ein ständiger Diskussionspunkt der Fahrzeughersteller. Man muss vermeiden, dass die vorderen Reihen der Ladung ge- frostet und die hinteren erwärmt werden. Deswegen werden heute mindestens zwei Temperaturfühler je Aufbau eingerichtet: einer vorne, einer hinten.
Noch schwieriger wird die Verteilung, wenn zum Beispiel Tiefkühlgut und Frisch- dienst-Gut voneinander mittels Trenn- wand separiert werden. In vielen Fällen werden in die Trennwand Ventilatoren eingebaut, welche die Frischdienst-Abtei- lung mit Kühlluft aus der Tiefkühl-Sektion versorgen. Zur präzisen Steuerung be- nötigt man aber einen zweiten Kühlluft- Verdampfer, der unter dem Dach im Heck eingebaut wird.
INNENEINRICHTUNGEN
Wegen der in Kühlkoffern üblichen Tem- peraturdifferenzen ist Feuchtigkeit an den Wänden in den Innenräumen nicht zu ver- meiden. Feuchte sind für Hartschäume ein gefährlicher Gegner: Die Blöcke quellen auf, zerstören mitunter ihre Deckschich- ten, die Stabilität der Paneele wird dras- tisch reduziert, und Reparaturen werden so sehr aufwändig und teuer. Deswegen ist in den Innenräumen ein sorgfältiger Schutz der Isolierkerne erforderlich.
DER BODEN
Die Bodenplatte besteht in Europa in der Regel aus Hartschaumplatten mit quer eingelegten Verstärkungen. Die Verstär- kungen dienen als Anschlusspunkte zu Hilfsrahmen oder Fahrgestellen. Darüber wird eine Plywood-Platte gelegt und dann in der Regel eine Aluminiumplatte. In die Platte sind Erhebungen eingewalzt, der Fachbegriff ist „Raupenblech“.
Diese Bodenplatte muss ringsum zu den Seitenwänden gegen das Eindringen von Wasser geschützt werden. Da zugleich
     Smart Open von Chéreau: Türöffnung mit Konzept
Verteilung der Kühlluft. Bei längeren Sat- telkoffern wird die Luft vom Stirnwand- Kühlgerät über Schläuche aus Planenge- webe zum Heck und zu den Seiten hin geführt. Hier gibt es verschiedene Kon- zepte mit ein bis zu drei Luftkanälen. Wie diese Verteilung funktioniert, erfährt man nur, wenn man den Koffer mit und ohne
     Trennwand für den Cool Liner: Isowall plus von Krone
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