Page 68 - Trailer Journal 2018/2019
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                          GESCHLOSSENE FAHRZEUGE
Kühlfahrzeuge | Kühlaggregate
   VORSCHRIFTEN
Die Anzahl der Vorschriften im Bereich der Transporte unter Temperaturfüh- rung hat sich im vergangenen Jahr- zehnt sehr vergrößert. Nach einer Über- sicht von Thermoking-Süd sind zur Zeit zu beachten:
• 89/108EWG–Rechtsvorschriften Tiefkühlgut,
• EN12830–technischeEigenschaften der Temperaturmessgeräte,
• EN13486–Prüfverfahren Temperaturschreiber,
• DIN10514–Durchführungvon Hygieneschulungen,
• EG852/2004–HACCP-Durchfüh- rung,
• EG37/2005–erweitert12830 um Lagereinrichtungen,
• EG842/2006–Dichtheitsprüfung
• DIN8959–Temperaturfühler und Luftzirkulation,
• DIN10516–ReinigungvonBetriebs- mitteln im Lebensmittelbereich,
• EG178/2002–Rückverfolgbarkeit aller Operationen in der Lebensmit- telherstellung und -logistik.
Durchladezug auf Transporterbasis von Kress
die Seitenwand gegen das Anschleifen durch Paletten geschützt werden muss, nietet oder klebt man an die Seiten Alu- miniumbleche. Diese werden mit der Bo- denplatte verschweißt. Dadurch besitzen Kühlkoffer innen eine Wanne, die sie vor Feuchtigkeit schützt.
Bestimmte Kühlkoffer, die im Regio- nalverkehr eingesetzt werden, werden mit Rollcontainern beladen, die in der Regel eine Gesamthöhe von um die 180 cm be- sitzen. Da die Gitter sich unter Last nach außen biegen, benötigt die Kühlkoffer- Innenseitenwand in der Höhe eine zweite Schutzplatte. Bei Aufbauten für den Hän- geversand von Schweinehälften und Rin- dervierteln („meat hang“) kleidet man die Seitenwände oft komplett bis 2/3 Innenhö- he mit Edelstahl-Tafeln aus. Bei den Böden kommen auch Kunststoff-Beschichtungen zum Einsatz. Sie bieten eine sehr gute Dichtung auf dem Boden, reduzieren das Laufgeräusch von Hubwagen oder Roll- container, sind aber nicht immer sehr ver- schleißfest. In jüngster Zeit hat man auch den Alu-Böden wegen der „Piek“-Technik in den Niederlanden Leiselauftechniken anerzogen.
Durch besondere Profilierungen in Längsrichtung in den Alu-Böden ist es in Kombination mit Ankerpunkten im Dach gelungen, die nicht immer betriebssiche- ren Klemmstangen mit formschlüssiger Wirkung auszustatten. Das heißt: die Schu- he der Stangen verkrallen sich in Boden- und Dachprofil. Solche Innovationen, diese hier ist von Schmitz Cargobull, sind aus der Praxis geboren, weil Ankerschienen mit Sperrstangen nur eine Querblockierung er- möglichen. Aber was macht man, wenn die letzte Paletten- oder Rolli-Reihe unpaarig steht?
„Hebetür“ an einem Kühlaufbau von Schuh
EINBAUTEN
Die häufigste Sonderausstattung bei gro- ßen Kühlkoffern ist die Trennwand. Da- durch erzielt man zwei Temperaturzonen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Auf der Lastfahrt können so Tiefkühlgut von Frisch-Gut getrennt werden, und spä- ter verkürzt man die zu kühlenden Sekti- onen, weil am Heck Leergut transportiert wird. Es gibt auch Längs-Trennwände, fest installiert oder umsteckbar, um mehrere Temperaturzonen einzurichten.
Da die Rundläufe im Kühlgut-Vertei- lerverkehr sehr unterschiedlich sein kön- nen, kaufen die Transporteure oft sehr für ihre Einsätze spezifisch ausgerüste- te Kühlkoffer. Dazu gehören im Bereich Distribution zum Beispiel Vorhänge am Heck, um während beim Entladen über die Ladebordwand möglichst wenig Kühlluft zu verlieren. Andere benötigen Klammern, welche die Rollcontainer an Ankerschienen festlegen, wieder andere verlangen Seiten-
türen für die schnelle Entnahme von Klein- partien.
Das beste Beispiel für diese Technik ist die in Deutschland ursprünglich „Eis- wagen“ genannte Aufbauart. Hierbei wird ein Tiefkühlkoffer kontinuierlich herunter- gekühlt, und in mehreren Sektionen des Aufbaus sind unterschiedlichste Kühlgüter gelagert. Der Bediener öffnet jeweils nur die Seitentüren des verlangten Produkts. Diese „Home-delivery“–Koffer wurden in Südeuropa entwickelt.
DOKUMENTATION UND TELEMATIK
Ursprünglich erwarteten die Verla- der lediglich eine Dokumentation der Temperatur(en) im Koffer – EN 12830. Die vorgeschriebenen Drucker mit ih- rem Thermopapier sind heute aber tech- nisch veraltet. Mit der Telematik kam die Online-Dokumentation (bereits vor zehn Jahren). Inzwischen werden Systeme an-
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