Page 75 - Trailer Journal 2018/2019
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                 Eine wichtige Ursache für das be- kannte Phänomen der schlech- ten Auslastung ist der Umstand, dass viele Ladungsstapel keine zweite Lage vertragen. Gitterbo- xen zu stapeln ist kein Problem, denn sie sind für diese Anforderung eingerichtet. Dagegen verträgt eine Palette Blumener- de in Säcken, geschrumpft, keine weitere Palette darüber.
Solche nicht stapelbaren Ladungspar- tien sind ein Problem. Die Problemlösung nennt sich Doppelstock-Ausrüstung.
DOPPELSTOCK-BALKEN IM KOFFER
Die Doppelstock-Ausrüstung auf der Basis von Querbalken findet man am häufigs- ten im Kühlkoffer. Hier sind die Seiten- wand-Konstruktionen massiv genug, um im 13,6-m-Sattelkoffer 22 Querbalken in senkrechten Schienen einzubauen. Diese Schienen sind in den Innenwänden so weit versenkt, dass ihr Überstand fast nicht messbare – und in der Ladepraxis unerheb- liche – 0,1 bis 0,3 mm beträgt. Die industri- elle Fertigung macht das möglich.
Die Balken werden mit einer Schub- stange verstellt. Die Kofferhersteller haben sich angewöhnt, die Schienen so zu markie- ren, dass man die Balkenpositionen nicht mehr abzählen muss. Beim Kühlkoffer beträgt die Nutzlast im oberen Stockwerk üblicherweise die halbe Nutzlast.
Ein Problem ist die Lastverteilung. Wird die obere Lage zur Stirnwand hin geladen, kann die Sattelzugmaschine schnell über- laden sein. Deswegen ist eine Doppel- stock-Einrichtung mit zwei waagerechten durchgehenden Ankerschienen sinnvoll, um in Fahrtrichtung und zum Heck hin die Ladungspartie zu blockieren.
DOPPELSTOCK-BÖDEN
Vereinzelt werden in Koffer auch Zwi- schenböden eingebaut, die hydraulisch verstellt werden können. Die Verstellung ist nötig, um im unteren Bereich mit Flur- förderzeugen (ohne Hubmast) arbeiten zu können. Die obere Lage muss daher flacher sein als die untere.
Eine andere Variante ist, mehrere Bö- den mit umlaufenden Förderbändern ein- zurichten. Das Verfahren wird unter ande- rem beim Transport von Käse verwendet. Die Sortierung erfolgt mit einem Hubtisch am Heck im Koffer.
Zwischenbodensystem von Krone
Eine weitere Version sind klappbare Tische, die je in halber Kofferbreite gebaut und in einer bestimmten Höhe aufgestellt werden können. So etwas wird oft für Paketdienst-Wechselkoffer verlangt. Man kann so schwere Pakete unten stapeln, um die leichten nicht zu drücken.
DOPPELSTOCK-INNENLADER
Der Koffer-Innenlader ist eine Sonderform des Glas- oder Betoninnenladers. Er besitzt die gleiche Einzelrad-Aufhängung, aber die Bodengruppe unten ist fest installiert. Der obere Boden ist hydraulisch verstell-
bar. So kann über den Radhäusern auch eine durchgehende Ladefläche mit voller Nutzlast eingerichtet werden. Das Konzept ist aber, unten und oben mindestens eine Ladehöhe von 1,8 m einzurichten. Die Zahl der Paletten oder Rollcontainer-Stellplätze steigt so um 40 Prozent. Weil nicht jede Rampe für zwei Ladeebenen eingerichtet ist, besitzen Doppelstock-Innenlader im Heck eine Hebebühne, um die Ladungspar- tien an die Dockhöhe anzugleichen.
Eine Alternative war, den Trailer kom- plett mit vier schweren Hubstempeln aus- zurüsten, um ihn auf Rampenhöhe zu he-
  Doppelstockbeladung in einem Kögel-Auflieger
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