Page 89 - Trailer Journal 2018/2019
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                         Mindestens zwei Jahrhun- derte lang war der Erd- bau gleisgebunden, und die Ladungen wurden mit Kipploren gefahren. Der Kipper-Aufbau auf LKW und Anhänger konnte diese Seiten-Kipptechnik nicht nut- zen: Also musste eine eigene Kipptechnik entwickelt werden.
Mit dem gleislosen Erdbau tat sich die Branche zunächst sehr schwer. Loren hat- ten einen hohen Ladungsschwerpunkt und waren deshalb für den LKW nicht geeignet. Eine offene Pritsche anzukip- pen, um Schüttgut zu entladen, verlangte eine geeignete Hubvorrichtung. Zunächst werden Zahnstangen-Winden eingesetzt (Kässbohrer, Meiller um 1900), in den USA auch Kettenwinden (Locomobile 1913). Ei- nen Hinterkipp-Aufbau mit zwei Hydrau- likstempeln baut Magirus 1920.
URSPRÜNGE
Das Konzept des Dreiseitenkippers stammt von Hans Burkhardt und Ernst Wirz und wird 1921 zum Patent angemeldet. Wirz legt in den folgenden Jahren noch weitere Innovationen nach, zum Beispiel die An- hängerversorgung, die Kippwinkelbegren- zung und die Kipptraverse.
Gebaut wird das System in der Haupt- sache von Meiller in München. Nach 1945 wird der Dreiseitenkipper die Standardaus- rüstung beim Wiederaufbau und ersetzt den gleisgebundenen Transport fast voll- ständig. Die Beschreibung dieser Entwick- lung entstand im Jahr 1955 (Günter Kühn: Der gleislose Erdbau. Göttingen/Heidel- berg).
PUMPENTECHNIK
Bei den Mehrseiten-Kippern ist der Hyd- raulikstempel unter dem Brückenboden montiert. Entsprechend hoch sind die er- forderliche Drücke. Erst in den 50er Jahren wurden Hinterkipper mit Fronthebezylin- dern mehr nachgefragt, einmal durch den Sattel-Hinterkipper und zum anderen beim Solo-LKW mit Hinterkipp-Mulde.
Man brauchte hier zwar mehr und län- gere Ausschübe am Zylinder, konnte aber mit niedrigerem Druck arbeiten. Deswe- gen ist die Kipperwelt in Europa bis heute geteilt in Hoch- (circa 250 bar) und Nieder- druck-Technik (circa 180 bar).
Die benötigten Pumpen und Zylinder konnte die Transportwelt aus dem Berg- bau beziehen. Die Umstellung von Wasser als Medium auf Mineralöl um die Jahrhun- dertwende bewirkte eine deutlich höhere Betriebssicherheit.
Zunächst stellte sich die Frage, wo man den Pumpendruck abgreifen könnte. Hier
Thermo-Asphalt-Kippsattel von Schmitz Carbogull
Kippsattel von Langendorf
erwies sich der Ackerschlepper mit seiner Zapfwelle hinter dem Getriebe-Vorgelege als Vorbild. Heute werden Hydraulikpum- pen für Kipper zum einen, dieser Tradition entsprechend, an Getrieben angeflanscht. Weil immer mehr Motorenhersteller die Steuerräder für den Ventiltrieb an die Schwungradseite legen, gibt es auch zum anderen motorgetriebene Hydraulikpum- pen.
Aus der Frühzeit der Kippertechnik stammt auch die zweikreisige Schaltung. Bei den zentral unter der Kippbrücke ein- gebauten Hebepressen meinte man, ab ei-
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