Page 14 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  PLANENAUFBAUTEN
Curtainsider
     Mega-Curtainsider von Schwarzmüller
Fliegl Roadrunner: Standard-Curtainsider
  Dreiachs-Curtainsider von CIMC-Vehicles
Kögel Cargo: Novum-Technik seit 2018
 DETAILS
Sieht man von regionalen Präferenzen in Sachen Ausstattungsdetails ab, be- sitzen die Curtainsider-Aufbauten eine stabile Stirnwand, zwei Heck-Ecksäulen, welche die Türflügel halten, und ein Schiebeverdeck. Auf dessen Endlaufbal- ken werden die Gegenhalter für die obe- ren Drehstangenverschlüsse der Türflü- gel montiert. Nur mit den geschlossenen Heckportalen ist der Curtainsider stabil.
Wird am Heck eine Wurfplane instal- liert, muss das Heck mit einer Diagonal- verzurrung stabilisiert werden. Bleiben die Hecktüren offen, weil überlange Ladungen gefahren werden, muss das Heckportal ebenfalls verspannt werden.
OBERGURT
Das kritische Bauteil des Curtainsiders ist der Obergurt, ein Aluminium-Strangpress- Profil von bis zu 16 m Länge. Es enthält einen seitlichen Kanal zur Aufnahme der Laufrollen der Seitenplane und einen in- neren Kanal zur Aufnahme der Laufwagen der Rungen. Wird ein festes Dach instal- liert, ist ein weiterer Kanal für die Befes- tigung der Querträger eingeprägt. Ist ein
Schiebeverdeck vorgesehen, sind zwei weitere Kanäle vorgesehen: einer für die senkrechten Traglasten und einer für die Führung im Waagerechten für das seitliche Aufziehen.
HECKPORTALE
Die Hecktüren werden in Einbau- und in Vorbau-Version angeboten. Bei der Einbau- Version stehen die Flügel zwischen den Eck- säulen (wie beim ISO-Container), und die Drehstangen-Verschüsse sind auf die Flügel geschraubt. Aus Gründen des Wettbewerbs um die 34. Palette (13,620 mm Innenlänge) mussten die Türflügel vor die Eckrungen gesetzt werden. Dadurch mussten die auf 16 mm verdünnten Drehstangen durch die Flügel gesteckt werden, und die Verschlüsse mussten unter den Türen am Heck-Quer- träger angebaut werden. Einzelheiten dazu stehen im Kapitel Verschlüsse.
Wenn der Curtainsider-Aufbau überwie- gend von der Seite geladen wird, verzichtet man auf die Hecktüren und installiert statt- dessen eine Wurfplane. Dadurch geht die stabilisierende Wirkung des Heckportals verloren. Die Ecksäulen müssen dann mit Gurten diagonal abgespannt werden.
SEITENPLANEN
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Die Seitenplanen bestehen durchweg aus Polyester-Trägergeweben mit einem Ge- wicht um 890 g/m2. In der Ursprungsversi- on des Curtainsiders – dem in Großbritan- nien entwickelten Tautliner – werden für die senkrechte Zurrung Gurte verwendet, die in senkrechten Schlaufen lose durch- gesteckt sind. In Zentraleuropa hat sich der senkrechte Gurt, innen auf das Planenma- terial aufgeschweißt, durchgesetzt. Man kann mit dieser Technik leicht zusätzliche (waagerechte/diagonale) Verstärkungen einbauen, um bestimmte Kriterien der Fes- tigkeit zu erfüllen. Dazu gehören EN 12642 XL und EN 12641-2 .
PRÜFUNGEN
Der Curtainsider-Aufbau wurde ursprüng- lich als unempfindlich gegen Ladungsver- schub zur Seite dargestellt. Eine deutsche Prüforganisation (Dekra) wies dann nach, dass das nicht der Fall ist. Sie entwickelte einen Fahr-Prüfzyklus, der mit konkreten Ladungen gefahren werden musste. Des- wegen erteilte Dekra nur Zertifikate für das Zusammenspiel von bestimmten La- dungen mit bestimmten Ladungsträgern.
 














































































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