Page 146 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  BRANCHENFAHRZEUGE
Autotransporter
  GESCHLOSSENE GESELLSCHAFT
Die Automobil-Logistik liegt ab Herstel- lerwerk heute in den Händen großer Transportunternehmen. Nicht wenige davon besitzen auch Zweistock-Auto- mobilwaggons und Binnenschiffe. Da- neben operieren viele Transporteure im Bereich der Havarie-Rückführung und in der Gebrauchtfahrzeug-Logistik. Nur der letztere Sektor ist im Grunde für Neuein- steiger überhaupt zugänglich.
Recht neu ist hingegen der Maschinen- transport, vor allem, wenn der Transport unter Plane erfolgen soll. Hier ist man dann aber in einem sehr eigenwilligen Sektor tätig. Dort kostet der Auflieger oft mehr als die Zugmaschine und mal- eben-schnell-beim-Vermieter-einen-ab- greifen, das geht auch nicht. Nicht we- nige Marktbeobachter verstehen daher diesen Bereich als „closed shop.“ Neue Markteintritte sind wegen des Kapital- bedarfs und der in vielen Bereichen ge- schlossenen Märkte sehr schwierig.
 BESONDERE BAUFORMEN
Der Autotransporter beginnt im Prin- zip beim 1.250-kg-Kugelkopfanhänger mit klappbaren Rampen. Die erweiterte Version ist der kippbare Ladeboden mit Rampen, mit dem auch sehr flache Bö- schungswinkel von tiefergelegten PKW oder fahrbaren Arbeitsmaschinen ent- sprochen werden kann. Auto- und Ma- schinentransporter haben dann bis hin zum Rampen-Bestückten Anhänger sehr viele Varianten.
Kommt der LKW mit ins Spiel, be- kommt er eine eigene Plattform und häu- fig auch eine elektro- oder motorhydrau- lische Schrägrampe. Mit der kann man einen PKW laden und nach dem Ankippen einen zweiten PKW unter die Rampe la- den.
Dasselbe gibt es dann auch für An- hänger. In den höheren Tonnageklassen wird dieselbe Technik dann verwendet, um zum Beispiel Sattelzugmaschinen zu „schachteln.“
Bei den PKW-Transportern wird diese Technik der Schrägrampen auch einge- setzt, da wegen der Zunahme nach höher gebauten SUV oder „Utilities“ man den höheren Passagierraum nach unten weg- klappt und nur der flache Motorraum nach
→ Anforderungen durch die immer höheren SUV oder die schweren Agrarmaschinen machen den Auto- und den Maschinentransporter immer komplizierter.
oben zeigt. Solche Anforderungen machen den Auto- wie dem Maschinentransporter zunehmend komplizierter. Seit einigen Jah- ren werden auch wieder Kofferanhänger gebaut, jetzt als Sattel und komplett ge- schlossen. Hierbei sind die Oberdeck-Büh- nen-Hubanlagen in die Seitenwände inte- griert. Am Heck wird eine Überfahr-Rampe montiert, und es gibt mehrere Seitentüren, damit der Fahrer die Ladungssicherung durchführen kann. Diese Fahrzeuge sind für sehr teure Neufahrzeuge und Oldtimer im Einsatz.
SPEZIALITÄTEN
Die Übergänge vom PKW-Transporter zum Arbeitsmaschinen-Transporter sind flie- ßend. Besonders im Sektor der Kugelkopf- Anhänger (bei uns bis 3,5 t Gesamtgewicht, in Nordamerika um mehr als das Doppelte höher), gibt es Modelle, die für beide Zwei- ge geeignet sind.
Natürlich gibt es in der schweren Klas- se bis 40 t zulässigem Gesamtgewicht zahlreiche Plateau-Anhängerzüge, die im Grunde einen „Ein-Stock“-Autotransporter darstellen. Allerdings ist das Plateau in der Regel geschlossen, da man mit verschie- densten Maschinen-Spurweiten umgehen muss.
Wieder ein Sonderfall ist der Arbeits- bühnen-Transporter, der an der Rampe, im Übergang zum Plateau und beim Sat- tel auch zum Hochbett möglichst kleine Auffahrwinkel erfordert, weil die Ma- schinen halt nicht für Wald und Wiesen- Böschungswinkel ausgelegt sind. Der Übergang vom Auto- und Maschinentrans- porter zum Maschinen-Tieflader ist dann schwer zu bestimmen. Unsere Nachbarn im Südwesten bezeichnen Tieflader des- wegen bezeichnenderweise durchweg als „semi reboques porta maquinas“ (Portu- giesisch: Auflieger für Maschinenträger).
Rolfo: Lösung für den Transport der immer größeren SUV
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TIPP















































































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