Page 157 - Trailer-Journal 2020/2021
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                 Der wichtigste Impuls kam 20 Jahre später aus den USA: Als Fruehauf 1915 den Sattelanhänger er- funden hatte, wurde der schnell mittels Dolly mit einem zweiten Sattelanhänger kombiniert. Diese Zugbil- dung war wirtschaftlich sehr attraktiv.
HISTORIE
In der Anfangszeit des motorisierten Stra- ßengüterverkehrs, so um 1920, war die Verwendung dieser Sattel-Dolly-Sattel- Kombinationen schlicht durch die geringe Motorleistung der Sattelschlepper behin- dert. Das Problem fiel den LKW-Herstellern in den USA wohl nicht so recht auf. Deshalb kaufte der größte Stückgut-Transporteur, Consolidated Freightways, in den 30ern einen LKW-Hersteller, nannte die Firma
„Freightliner“ und produzierte 4x2-Sattel- schlepper mit Frontlenker-Kabinen.
Freightliner zwang die Motorenher- steller, immer stärkere Maschinen herzu- stellen. Für die Linien über die Rocky Moun- tains mit zwei 28-Fuß-Sattelanhängern verwendete man auch 4x4-Zugmaschinen. Die geeigneten Getriebe lieferten Fuller (zwei Vorgelegewellen) und Mack (drei Vorgelegewellen), um das Motordrehmo- ment aufzufangen. Büssing musste 1968 für den eigenen U/S 12 DA-Turbodiesel mit 125 mkg (= Nm) Drehmoment zum Fuller- getriebe greifen, da in Europa passende Getriebe nicht angeboten wurden.
SCHWEDEN UND CO.
Eine Untersuchung aus Schweden (Anders Lundqvist/Vägverket, Borlänge 2007) be- schreibt das Land in der Situation, dass 1964
mehr als 50 Prozent der Zugkombinationen mehr als 20 m lang waren, nicht wenige bis 32 m. Im Jahr 1968 wurde beschlossen, die Zuglänge auf 24 m zu beschränken. An- schließend wurden Ende der 80er Jahre die alten Brücken für die 60 t-Züge saniert.
Parallel lieferten sich die beiden schwe- dische LKW-Hersteller ein Wettrennen um die höchste Motorleistung: Scania mit dem 350 PS starken V8-Motor und 10 Gang-Ge- triebe (1969) im 140er Modell sowie Volvo mit 330 PS und 16-Gang-Getriebe (1972) im F89. Als Ford 1975 mit Sattelschleppern auf den Markt in Europa ging, war die Ba- sisausrüstung ein 14 l Cummins-Diesel mit Fuller 11613 Getriebe und Rockwell-Achsen. Die Basis für höhere Zuggewichte war also schon damals gegeben. Leider wurde die in Deutschland 1968 geforderte 8 PS/t-For- mel 1976 wieder auf 6 PS reduziert. Der 240
Etwas länger: CIMC-Australia- Kombination mit drei Hinterkippern
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