Page 170 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  KOMPONENTEN
Böden
  FESTE
GRUNDLAGE
Die Konzeption des Bodens ist bei vielen Trailer-Baureihen für die Funktionsfähigkeit des
Aufbaus entscheidend. Das gilt vor allem für offene Pritschen wegen des Einflusses der Witterung. Aber auch für geschlossene Aufbauten gelten zahlreiche Regeln, die über die Lebensdauer
des Bodens entscheiden.
Aus dem Zeitalter der Pferde- fuhrwerke sind Böden be- kannt, die schlicht aus längs verlegten Holzbohlen (Eng- lisch: „sills“ = Schwellen) be- standen. Da das Be- und Entladen durch- weg Handarbeit war und Beschleunigung und Bremsung des Wagens nur wenige Kräfte in die Ladung einleiteten, blieb der Aufwand für die Bodenkonstruktion ge- ring.
VON TRUCK ZU TRAILER
Mit der Motorisierung des Straßenver- kehrs, höheren Gewichten und stärkeren Bremsleistungen wurde die Auslegung der Bodenkonstruktion ein bedeutenderes Kriterium. Man musste Stahlchassis und Holzboden kombinieren. Der vom Pferd gezogene Anhänger (in den USA „truck“ genannt) entwickelte sich zum Anhängsel (Trailer) eines Motorfahrzeugs, das selbst einen Aufbau trug. Und schließlich, mit der Erfindung des Sattelzuges durch August Fruehauf 1914, wurde der „Semitrailer“ zu einer eigenen Bauform.
Mit der Mechanisierung der Um- schlagstechnik (durch Clark und Yale in den 1920er Jahren mit dem Gabelstapler) kam ein weiteres Kriterium hinzu: die Befahr- barkeit der Böden mit Flurförderzeugen, vor allem bei Kofferfahrzeugen, die in der Regel nur über die Hecktüren zugänglich sind. Nächste Entwicklungsschritte wa-
Geteilter Boden zwischen den Längsträgern bei Pacton
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ren die Erfindung der Vier-Wege-Palette (DIN 15146 1-3) und des Stahl-Ecksäulen- Ladungsträgers (zum Beispiel die Gitterbox nach DIN 15155) in verschiedenster Varian- ten.
Für Kofferfahrzeuge machte das auch erforderlich, die Längsseiten der Panee- le innen mit sogenannten „scuff-bands“ (Sockel-Scheuerleiste) auszustatten. Mit
diesen Verstärkungen schützt man die Seitenwände gegen die Beschädigung durch Paletten und Boxen, die mit Flurför- derzeugen im Aufbau hin- und hergefah- ren werden.
BE- UND ENTLADETECHNIKEN
Beim Pritschenaufbau, auch bei dem mit Bordwänden, kennt man diese Verstärkun-
 
















































































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