Page 174 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  Bambus-Laminat von ATC
BAMBUS
Auf Initiative von Besitzern von ISO-Con- tainern (www.containerownerassociation. com) wurde Bambus als Alternative zum Hart- oder Weichholz-Containerboden entwickelt. Bambus ist biologisch gese- hen eine Grassorte mit sehr schnellem Wachstum. Geschnitten und in Streifen verklebt besitzt es heute bereits etwa ein Drittel Marktanteil bei den Böden von ISO-Containern. Da Bambus vor allem in China wächst, haben sich die chinesischen Containerhersteller viele Kapazitäten gesi- chert. Es gibt Bemühungen (www.ecopla- netbamboo.com), den Anbau auch im Mit- telamerika und Westafrika zu etablieren. Im europäischen Trailerbau spielt Bambus als Bodenplatte bis heute keine Rolle.
VORZEITIGER VERSCHLEISS
Betrachtet man die Richtlinie des VDI, Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen (in den Versionen 1975, 1990 und 2004), so fällt auf, dass viele Maßnahmen zur Si- cherung Holzkeile, Holzbohlen und Nägel verlangen. Ohne jetzt auf die Frage einzu- gehen, wer es wie kontrolliert, ob der je- weilige Nagel tatsächlich die gewünschte Einschlag-Richtung und -Tiefe erfüllt, stellt sich die Frage, wer in der Version 2004 die Verantwortung dafür übernimmt, dass diese Sicherungsart immer noch als bei- spielhaft erwähnt wird (zum Beispiel VDI 2700/2004 P. 2.3).
Kögel: Bodenverschraubung mit Drehmomentbegrenzung (Arnold-Technik).
KOMPONENTEN
Böden
  Wenn das Eintreiben von Nägeln viel- leicht tatsächlich einen Sicherungs-Effekt bewirkt, stellt sich des Weiteren die Fra- ge, was anschließend an Rest-Festigkeit des (Plywood-)Bodens übrig bleibt. Denn er besitzt neben seinen Verschraubungen möglicherweise Dutzende von Feuchtig- keits-„Inseln“, die das Material massiv schädigen.
Das hätte den Ingenieuren des VDI spätestens bei der Ausgabe 2004 auffallen müssen.
Bambus als Alternative zu Holz: geschnitten und in Streifen verklebt hat die schnell­ wachsende Grassorte bereits
ein Drittel Marktanteil bei Böden von ISO­Containern.
KUNSTSTOFF-BODENAUFLAGEN
Völlig unterschiedliche Aufgaben besitzen Kunststoff-Auskleidungen auf Böden. Bei Kippfahrzeugen verwendet man glattes Material, um Anhaftungen des Schütt- guts zu vermeiden. Auf Tiefladern werden anstelle der erhaben eingebauten Holz- bohlen Gummi- und Kunststoffplatten
verschraubt. Das dient einmal der Vermei- dung von Schäden durch scharfkantige La- dungen (zum Beispiel Raupenketten), zum anderen einer Erhöhung der Reibbeiwerte zwischen Boden und Ladungsgut. Eine wei- tere Anwendung sind Kühlkoffer-Böden. Hier ist der Einsatzzweck die Lärmminde- rung beim Be- und Entladen in Innenstäd- ten („PIEK“-Konzept aus den Niederlan- den).
Bei Pritschenfahrzeugen ersetzt die Kunststoff-Auflage die Anti-Rutsch-Matte. Deren geringe Haltbarkeit kann bei häu- figer Verwendung eine feste Installation rechtfertigen.
STAPLERACHSLAST
Eine erste Normung der zulässigen Staplerachslast erfolgte in Europa für Wechselaufbauten in DIN/EN 283 Versi- on 1991 Punkt 5.8. Hier wird die Achslast mit 4.400 kg angegeben.
Die Radaufstandsfläche und die Spurweite sind einer anderen, früher definierten Norm entnommen: Interna- tionales Übereinkommen über sichere Container (in Deutschland BGBl 2014 II S.1320, „CSC-Norm“). Es bestimmt in der Anlage 2 Punkt 3 (Flächenbelastbarkeit) eine Achslast von 5.460 kg, entspre- chend 12.000 lbs. Die Fahrzeughersteller attestieren ihren Baumustern heute mindestens diesen Wert, häufig auch über 7 t.
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