Page 188 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  KOMPONENTEN | AGGREGATE
Lenksysteme
  ELEGANT UM
DIE KURVE
Die ersten Anhängerfahrzeuge waren vermutlich Einachser, die wie die heutigen Ein- oder Zentralachsanhänger in Sachen Lastverteilung auch nicht unkritisch sind. Der Zweiachser benötigt hingegen eine lenkbare Achse.
 WAP: Ein-Stangen-Lenkung
Diese „Drehschemel“-Technik ist vermutlich 2000 Jahre alt. Sie bestand darin, eine Holz- scheibe auf das Fahrwerk und eine entsprechende Scheibe unter das (Holz-)Chassis zu mon- tieren. Verbunden wurden beide Scheiben mit einem „Reibnagel“ genannten Bolzen, der schon früh aus Metall gefertigt wurde.
DREHSCHEMEL
Die Schemeltechnik wird im 19. Jahrhun- dert vor allem in den USA optimiert. Man fertigt Drehringe und Speichen aus Stahl und nennt diese Anordnung „Fifth Wheel“ (fünftes Rad). Den Begriff verwendet man im englischen Sprachraum heute für die Sattelkupplung. Und der Reibnagel wurde als „Kingpin“ bezeichnet, was heute der Königszapfen im Sattelanhänger ist.
Zudem muss man die Geschichte der Lenkkränze revidieren. Hier waren weder Fruehauf (Chicago) noch Kässbohrer (Ulm) in den 1920er Jahren die Erfinder der gela- gerten Lenkkränze. Diese Technik(en) mit Kugel- oder Walzenkränzen gab es schon um 1890 in den USA (Quelle: Carriage Mu- seum of America {Hg.}: Hitch wagons for city driving. Bird-In-Hand. S. 202).
In Europa werden heute Kugel-Len- kränze mit einer oder zwei Kugelspuren offeriert. Der Durchmesser orientiert sich an der Federspur der Achse und beträgt bis zu 1.100 mm.
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