Page 245 - Trailer-Journal 2020/2021
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                   Reichlich Aluminium: Plattformtrailer „Darkwing“ vom kanadischen Hersteller Manac
Typischer US-Koffer von Hyundai Translead
ladung von Sattelanhängern oder die kürz- lich wiederbelebte „Rollende Landstraße“, der vollständige Lastzug zur Verladung auf Bahnwaggons.
Die übrige Welt, also alles außerhalb Eu- ropas, verschickt lieber stapelbare Behälter als rollendes Equipment. Vermutlich, weil man errechnet hat, dass ein vier Tonnen schweres Chassis rund 35 m3 Raum braucht, aber nur herumsteht, also im Grunde über- flüssig ist. Es war die Überzeugungsarbeit von Keith Tantlinger (Erfinder des Contai- ners), seinen Chef Malcolm McLean dazu zu bringen, die – von ihm patentierte – Roro- Verschiffung zugunsten der Behälterver- schiffung aufzugeben.
Nach deren Ergebnissen steigt die Schä- digung der Straße bei Erhöhung der Achs- last mit der vierten Potenz. Diese Erkenntnis wurde über fünf Jahrzehnte als „Stand der Wissenschaft“ aufrechterhalten, obwohl heutige Lastzüge mittels Luftfederung und Achsdämpfung mit den Achsausgleichs- Doppelachsen samt Blattfederung und Doppelbereifung auf Schrägschulter-Felgen aus den 50er Jahren nicht vergleichbar sind. Das wird hierzulande von der zuständigen Institution (Bundesanstalt für Straßenwe- sen, Bast) auch zugegeben.
BEISPIEL ISO-CONTAINER
Der weltweit am meisten hergestellte La- dungsbehälter ist der ISO-Container. Rund 30 Millionen Einheiten sind zurzeit im Ein- satz bei etwa 800 Millionen Transporten im Jahr. Fast 90 Prozent aller ISO-Boxen besit- zen die ursprünglichen 20-ft- und 40-ft-Län- gen. Ganz Asien schraubt diese Behälter auf Chassis mit zwei oder drei 13-t-Achsen und zieht sie mit Dreiachs-Zugmaschinen. Auch in Amerika, Nord wie Süd, sind Zweiachs- Auflieger und Dreiachs-Zugmaschinen der Standard.
In Europa wird nach 8 oder 9 t Achslast unterschieden. Die Länder mit strikter 4-m- Höhenbegrenzung verwenden gekröpfte Sattelhälse, denn die 40-/45-ft-High-Cube- Container besitzen 3,1 oder 3,7 m lange Kröpfungen („Tunnel“) in der Bodengruppe, damit das Höhenmaß eingehalten werden kann. Hierzu benötigt man besondere Ver- riegelungen (waagerecht wirkende Bolzen)
und aufstellbare Drehzapfenverschlüsse, die für 20-ft- und 40-ft-Container ohne Tun- nel verwendet werden müssen.
ÜBERBLICK
Die meisten Aufbautechniken findet man weltweit verbreitet: Containerchassis, Container-Seitenlader, Absetz- und Abroll- kipper, Trockenfracht- und Kühlkoffer, Voll- planen- und Curtainsider-Pritschen, Hinter- und Mehrseitenkipper, Tieflader. Was man weltweit nicht antrifft, sind die urdeutsche Wechselpritschentechnik nach DIN/EN 283/284 und die Roro-Schiffsverladung, die auch ein europäisches Sonderprojekt ist, wie auch alle Techniken der Horizontalver-
 Curtainsider aus Gubino, Region Moskau: Tonar ist der größte russische Hersteller.
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