Page 25 - Trailer-Journal 2020/2021
P. 25

                  Zweiteilige Steckrunge, Oberteil gewichtsoptimiert, Krone
Großbritannien stammt die seitlich aus- drehbare Runge. Hier war die Herausforde- rung, den Haltezapfen im Obergurt beim Eindrehen zu treffen.
KLAPPRUNGEN
Die intelligente Bordwandrunge und die Voll-Planengestelle wurden von Kinnegrip in Schweden erfunden. Diese Technik wur- de dann durch den Curtainsider-Aufbau überspielt. In den ersten Modellen aus Großbritannien wurde auch auf die Seiten- plane stützende Rungen verzichtet. Nach Entwicklung der Norm EN12642 wurde deutlich, dass man auf Außenrahmen-Run- gen nicht verzichten kann. Die Klapprunge wurde zur Schieberunge modifiziert.
CURTAINSIDER-RUNGEN
Die Curtainsider-Runge unterscheidet sich von der zweiteiligen Klapprunge dadurch, dass sie im Obergurt keine feste Position hat. Die Runge muss verschiebbar sein. Deswegen besitzt sie einen im Obergurt geführten Rollwagen. Es hat Versuche ge- geben, den Rollwagen an einer Position zu
beachtliche 2.900 daN, bei 1.000 mm noch gerade 725 daN (Berechnungen von Krone für 80 x 80 x 5 für S355-Quadratrohr).
Anders sieht es aus, wenn eine Be- schleunigung der Ladung in Richtung Run- ge stattfindet. Dann wirkt m/2 x v2, und das Quadrat sorgt für die Zerstörung der Ladeplattform-Begrenzung. Interessant ist, dass die deutsche Ladungssicherungs- Untersuchungs-Hochburg, der Verband Deutscher Ingenieure, in drei Richtlinien- Ausgaben (VDI 2700/1975/1990/2004) sich nie für die Steckrungen interessiert hat. Das übernahm 2013 eine Privatfirma aus Deutschland. Für deren „Norm“ hat sich der Fahrzeugbau bisher nicht besonders interessiert. Das ist auch nicht notwendig.
AUSSENRAHMEN-STECKRUNGEN
Die ursprüngliche Form der Außenrahmen- Steckrunge ist ein am Außenrahmen an- geschweißtes Hutprofil als Gegenhalter. In dieses konnte eine Runge eingesetzt werden. Das Verbindungselement ist ein Gusskeil, der in die Runge eingeschlagen und in den Gegenhalter gesteckt wird. Wichtig war die Auslegung, dass der Keil durch den Gegenhalter nach unten durch- reicht.
Der Zweck der Auslegung war, den Keil samt Runge mit dem Hammer nach oben auszutreiben. Das war bis in die 1970er Jah- re Stand der Technik beim Pritsche-Plane- Bordwand-Aufbau. Ein Problem war, dass man den überstehenden Teil des Keils bei gepflegter Korrosion so breit hämmern konnte, dass er nicht mehr durch die Ta- sche passte.
In der Anfangszeit der Serie „Trailer- Test“ im KFZ-Anzeiger – so ab 1993 – gehör-
ten immer ein 6-kg-Vorschlaghammer und eine 1,5-m-Brechstange mit zur Prüfausrüs- tung, eben wegen der Herausforderungen von Steckrungen. Das Fahrzeugwerk Kro- ne hatte schon früh das Problem erkannt. Der Rungenkeil wurde an den Außenrah- men geschweißt und die Runge mit einer keilförmigen Führung versehen. Dadurch konnte der Fahrer die Runge einfach hoch- treiben, ohne den Keil zu beschädigen. Aus
 Steckrungen-Ensemble: Elting Variosafe auf der IAA
trailer-journal 25
 



















































































   23   24   25   26   27