Page 30 - Trailer-Journal 2020/2021
P. 30

                  PLANENFAHRZEUGE
Planen • Verdecke
     Pritsche mit Vollplane von Blyss
sind zwei Kriterien wichtig: Die Reißfestig- keit und die Weiterreißfestigkeit. Ein intak- tes 680 g/m2 Planengewebe verträgt eine Krafteinleitung von 3.000 N, ein eingeris- senes Planengewebe nur noch ein Zehntel davon.
Um den Schaden zu reparieren, müsste man die Schadstelle vernähen. Stattdessen wird aus Kostengründen ein Planenstück über der Stelle mittels Heißluft geschweißt, das heißt: PVC-Deckschicht verbindet sich mit PVC-Deckschicht. Sollte es sich um
eine Zollverschluss-Plane handeln, müs- sen die Kanten mit einem Zoll-Kederband gesichert werden. Im Prinzip verlangt der Leitfaden des Zollkriminalamts Köln (2006) zur TIR-Plane aber ein Vernähen der Schad- stelle.
VOLLPLANEN
Als Vollplanen bezeichnet die Branche aus fünf Teilen vernähte und verschweißte Umhüllungen von kastenförmigen Pla- nengestellen. Anfangs, als noch nicht die
Maximalhöhe von vier Metern am Aufbau gefragt war, formte man in den Gestellen der Dachplane eine Steigung, um Wasser, Schnee und Eis seitlich ablaufen lassen zu können. Bautechnisch handelte es sich um ein Satteldach. Die Querträger des Aufbau- dachs, Spriegel genannt, hatten somit eine „Spriegelsteigung“. Der Begriff ist heute in der Aufbautechnik nicht mehr gebräuch- lich, weil kaum ein Aufbau diese Kontur noch hat.
VERSTÄRKUNGEN, RIEMCHEN, ÖSEN
Die Vollplanen-Konfektion ist nicht ein- fach. Die aus fünf Teilen zusammen ge- nähten Planenteile müssen gegen das Planengestell verstärkt werden. Das gilt für alle Längs- und Querstangen des Gestells. Die Ecken im Obergeschoss werden beson- ders verstärkt, denn die Plane liegt nur auf. Sie muss daher im Dach mit sogenannten Riemchen an Gestellteilen verzurrt wer- den.
Die Befestigung außen erfolgt mit unter- schiedlichen Techniken:
• senkrechte Festlegung mit Haken in
S-Form (Zick-Zack) und flexiblen Seilen, die an der waagerechten Ösen arretiert werden (Bedienung vom Boden aus),
• senkrecht Planenösen und Krampen, die mit einem „Planenschwert“ gesi- chert werden (Öffnen und Schließen erfordern eine Anstell-Leiter),
• waagerechter Verschluss mit durchge- hendem Seil in den Planenkrampen,
• waagerechter Verschluss in Zick-Zack- Version,
• Zollverschluss mit senkrechten und waagerechten Ösen/Krampen im 200 mm Abstand, Planenschwerter senk- recht und Zollseil (Kunststoff oder Stahlseele) durch sämliche Ösen und Verschlüsse.
Allen Konstruktionen ist gemeinsam, dass sie während der Fahrt die Planenseiten aufblähen und die Spiegelsicht im LKW verschlechtern. Eine Hilfsmaßnahme ist, Schläuche innen an die Planenseiten zu schweißen, in die ein oder zwei Einsteck- bretter durchgesteckt werden. Das Ein- schieben und Ausziehen der Bretter ist für den Fahrer zeitaufwändig, weshalb es in der Praxis meist unterbleibt.
Eine zweite „Zurr“-Methode sind Gummizüge an den Seitenplanen, die in
30 trailer-journal
 













































































   28   29   30   31   32