Page 32 - Trailer-Journal 2020/2021
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                  PLANENAUFBAUTEN
Planen • Verdecke
  Curtainsider-Komponenten von Nevpa
widerspricht zwar der Norm EG 96/53 und allen nationalen EU-Straßenverkehrs-Zu- lassungsordnungen. Aber bei den zahl- reichen Testfahrten des Dekra, als Norm festgelegt in Anhang B EN 12642, stellten sich diese Ausweitungen der Aufbauten zur Seite bei verschiedenen Ladungsar- ten als üblicher Effekt heraus.
Hierzu ist anzumerken, dass ein Auf- bau, zertifiziert nach EN 12642 XL, in Australien keine Zulassung erhalten wür- de, denn dort sind nur 100 mm seitliche Ausbeulung erlaubt (National Transport Commission in Australien – www.ntc. gov.au – Load Restraint Guide 2018 S. 143 ff.).
KOMPONENTEN
Der Curtainsider verlangt nach einer waa- gerechten Planenspannung. Ursprünglich wurden die britischen Modelle alle mit einer Spannratsche an der Stirnwand aus- gerüstet. Die Stirnwandstützen schützen die Spannmittel vor Konflikten mit den Wendelflex-Verbindungsleitungen für Luft und Strom.
Die zentraleuropäischen Stirnwände, mit den Stirnwandstützen nur seitlich, hatten Konflikte mit den Spannmitteln. Deshalb wurde die seitliche Spannung am Heck installiert. An der Stirnwand gab es zunächst nur eine aushebbare Wickelwelle. Später wurde vorne auch
eine in die Stirnwandkontur eingelegte Ausdreh-Mechanik mittels Drehhebel eingesetzt. Das ist in Zentraleuropa heu- te Stand der Technik.
Anfangs wurden für die waagerech- te Spannung am Heck sehr bedienungs- freundliche Schnecke-Zahnrad-Getriebe eingesetzt. Deren Nachteil war, dass sie in der Region unter dem Heckportal weit nach unten aufbauten. Zu ihrem Schutz mussten die Ecksäulen am Heck nach unten verlängert werden. Das war beim Festaufbau noch möglich, bei der Curtainsider-Wechselpritsche aber lei- der nicht einzurichten. Deshalb ist heu- te die hintere Curtainsider-Verriegelung durchweg eine schlanke Spannhebel- Zahnrad-Ratsche. Das Entspannen der Plane erfolgt infolge des Lastschlags wie
→ Nicht akzeptabel: Die Spanngetriebe am Heck sind
oft nicht gegen Verschmutzung geschützt. Dabei genügt eine einfache Verlängerung der Plane.
bei einem Standard-Zurrgurt nicht be- sonders ergonomisch. Dieser Mangel in der Handhabung ist aber branchenweit akzeptiert.
Nicht akzeptabel ist die Tatsache, dass die Spanngetriebe am Heck oft nicht gegen Verschmutzung geschützt sind, obwohl das mit einer schlichten Verlängerung der Plane einfach zu ver- hindern wäre. Auch nicht akzeptabel ist mangelhafter Schutz des Getriebes ge- gen Schäden beim Andocken. Beide Ei- genschaften führen im Trailer-Test des KFZ-Anzeiger zu Minuspunkten.
Ein nicht selten begangener Fehler bei der Seitenplanen-Konfektion ist die Ver- wendung von Rollwagen im Dach, deren Stege schmaler sind als der Durchmesser der Räder. Sind die Räder mit Kunststoff- Ringen ausgestattet, bremsen sich diese beim Aufschieben gegenseitig. Die Rollwa- gen sollten also Stege mit größerer Breite als den Rollen-Durchmesser besitzen. Inte- ressant ist, dass die schmalen Stege immer noch angeboten werden.
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