Page 41 - Trailer-Journal 2020/2021
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                 Offene Kastenwagen wie Kip- per, Absetz- und Abrollmul- den und Schubböden benö- tigen Abdeckungen, um das Herunterfallen von Ladungs- teilen während der Fahrt zu unterbinden. Eine zweite Aufbauart hatte eine mecha- nisierte Abdeckung dringend nötig: Das war der schlichte Pritschenaufbau mit Voll- plane. Wann die Rollplane, also die quer zum offenen Kasten abgewickelte Plane, erfunden wurde, ist leider nicht mehr fest- stellbar. Verbürgt ist aber die Erfindung des Schiebeverdecks für Vollplanen.
EDSCHA PROFI
1969 wurde diese Technik von der Firma Ed(uard) Scharwächter in Remscheid vor- gestellt. In der Firmenchronik (Richard O. Bremicker: Alles dreht sich um Edscha. 2016 S. 66) wird dem System aber gerade mal eine Seite gewidmet. Das ist etwas dürftig.
Vorher mussten die Fahrer auf dem La- deboden turnen, um Längs- und Quersprie- gel auszuhängen und einzubauen, wo sie vorher die Plane nach vorne und hinterher nach hinten zu wuchten hatten.
Das System von Edscha war die erste Mechanik, womit sich diese Arbeit – halb- wegs – arbeitssicher gestalten ließ. Halb- wegs, weil das Schiebeverdeck nur auf dem Aufbau zu bedienen war, damit auch auf der Ladung gehend. Dennoch dürfte das Edscha-Verdeck das Risiko des Arbeitsun- falls für LKW-Fahrer seitdem drastisch ver- ringert haben. Die seitlich zu bedienenden Dächer kamen erst rund 20 Jahre später mit dem Curtainsider.
Dreiseitenkipper-Abdeckung, Meiller 2012
CURTAINSIDER-SCHIEBEDÄCHER
Der Scheren-Hubmechanismus der Voll- planen ist beim Curtainsider nicht erfor- derlich. Deswegen konnte die Hubmecha- nik vereinfacht werden. Heute werden Kunststoff-Scharniere oder Aufsteller aus Draht mit Kunststoff- oder Blechscharnier verwendet.
In der Funktion sind die Systeme heute sehr ähnlich. Unterschiede ergeben sich oft mit der Art der Montage. Wird das Dach mit der Plane zusammengefaltet auf die Ober- gurte aufgeschoben (die Paketlänge), so ist das Planengewebe bereits auf die Faltung eingerichtet. Wird das Dach in der Länge aufgeschoben, sind die ersten Auffalt-Züge schwergängiger, weil die Plane sich erst den Faltungen anpassen muss. Das ist kein Mangel, denn nach drei bis vier Aufzügen sind die Bedienkräfte angeglichen.
LAUFWAGEN UND ENDLAUFWAGEN
Die Spriegel im Schiebedach werden längs (Gewicht) und quer (Verzwängung beim Aufzug von der Seite) mit Rollenwagen geführt. Der Obergurt besitzt daher immer
Abroll-Plane für Absetzmulden, Meiller
zwei Kanäle zur Führung des Dachs. Die Rollen sollten mit Kugellagern versehen sein, und für die tragenden (senkrecht ste- henden) Rollen ist eine Kunststoff-Berei- fung sinnvoll. Der Grund sind Dächer mit seltener Verwendung.
Bei nur gelegentlicher Nutzung des Schiebedachs drücken die tragenden Rol- len Wellen während der Fahrt in den Ober- gurt aufgrund des notwendigen Spiels zwi- schen Rollen und Kanal. Die so verursachte Schwergängigkeit ist nur teuer instand- zusetzen: durch den Einbau neuer Alu- Obergurte. Oft genügt das nicht, weil auch die Rollen mit Kunststoff-Mantel „eckig“ geworden sind. Insbesondere Gebraucht- Trailer-Interessenten sollten auf diese Funktion achten.
Der Endlaufwagen besitzt zwei Funk- tionen. Einmal zentriert er das Planen- paket auf den Ecksäulen des Hecks. Zum anderen sind auf ihm die Gegenhalter der Drehstangenverschlüsse montiert. Nur der heruntergeklappte Endlaufwagen-Quer- balken in passender – zentrierter – Position ermöglicht den Verschluss der Portaltüren.
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