Page 6 - Trailer-Journal 2020/2021
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                                 TRAILERWELT
Grundlagen
GESETZE UND
VORSCHRIFTEN
Gesetze, Richtlinien, Kompromisse: Der Fahrzeugbau unterliegt einer Fülle von Vorschriften, die keineswegs in allen Details innerhalb der Europäischen Union einheitlich sind. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Länder ihre eigene Transportkultur und -tradition haben, die sie weiterpflegen – oft mit guten Gründen.
    Der Straßengüterverkehr wird – weltweit – in jedem Land mit unterschiedlichsten Re- geln versehen. Diese Regeln betreffen die Technik, Maße und Gewichte, (Straßen-)Verkehrsordnun- gen und das Transportrecht.
Alle vier Zweige dieser „Rechtsrahmen“ haben verschiedene Wirkungen aufein- ander. Wenn zum Beispiel alle Transpor- ter unter 3,5 t Gesamtgewicht von den meisten transportrechtlichen Vorschrif- ten ausgenommen sind (beispielsweise in Deutschland § 1 Güterkraftverkehrsge- setz), dann entwickelt sich dieser Leicht- Transporter-Sektor. Zudem hat man dort als Fahrpersonal die große Auswahl unter den B(E)-Fahrerlaubnisbesitzern in ganz Europa. Das heißt: Fahrpersonal ist nahezu unbegrenzt verfügbar.
Drei C745-Wechselbehälter auf einer Langzugkombination: der Swap Train von Fliegl
Bekanntlich durfte man hierzulan- de (Deutschland-West) bis 1989 mit dem PKW-Führerschein auch bis zu 18 t schwere Lastzüge fahren, bis die EU diesem Unfug ein Ende bereitete. Wird – wie in Deutsch- land – eine Autobahn-Maut als Verkehrs- ordnung für Fahrzeuge auf Gesamtgewich- te von mehr als 12 t eingerichtet, kommen plötzlich Lastzüge mit 11,99 t in Verkehr. Das hat wiederum Folgen für die Fahrzeug- technik. Dies nur als einige Beispiele, war- um wir es durch alle Tonnageklassen mit verschiedenen Fahrzeug- und Zugkonzep- ten zu tun haben.
MASSE UND GEWICHTE
In Europa gelten im grenzüberschreiten- den Verkehr – und nur da, wenn einzelne Länder die EU-Regeln nicht auch national für verbindlich erklären – zwischen den
Mitgliedsstaaten bestimmte Maße und Gewichte für Straßenfahrzeuge. Weil der Link zur EU-Internetseite für unser Druck- format zu lang ist, ist der Einstieg über Suchmaschinen zu empfehlen: 96/53EG. In dieser Richtlinie (Anlage I) wird bestimmt, dass im Verkehr zwischen den Mitglied- staaten die folgenden Maße und Gewichte nicht abgewiesen werden dürfen.
Die Gesamtlänge von einzelnen Fahrzeu- gen und Kombinationen darf betragen:
• 12.000mmfürdasEinzelfahrzeug,
• 18.750mmfürdenAnhängerzug,
• 16.500 mm für den Sattelzug. Hier gilt die Länge des Sattelanhängers
• 12.000 mm vom Sattelzapfen bis zum Heck,
• 15.650 mm für die Länge von zwei Auf- bauten in einem Anhängerzug, verblei- bend 3.100 mm. Diese Länge minus der Funktionslänge der LKW-Kabine von 2.350 mm Länge ergibt 750 mm Ab- standsmaß zwischen LKW und Anhän- ger. Das heißt: 2 x 7.820 mm lange Auf- bauten (C782 nach EN 284) können nur mit einem Zentralachsanhänger und einem tief-kurz-kuppelnden LKW gefah- ren werden.
Die Gesamtbreite:
• 2.550 mm,
• 2.600 mm für Aufbauten von „klimati-
sierten Fahrzeugen“.
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