Page 63 - Trailer-Journal 2020/2021
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                 Vermutlich ist die erste Fahr- zeugbauart, die mit Doppel- stock-Anlagen ausgerüstet wurde, der Autotransporter. Verbürgt ist die Konstrukti- on eines Schräglader-Konzepts für PKW- Transporte von Frederic M. Reid im Jah- re 1931 bei Fruehauf in Chicago (US-Pat 1,824,369). Wer dann den richtigen Doppel- stock-Autotransporter erfand, ist derzeit nicht zu rekonstruieren.
KOFFERVERSIONEN
Die Doppelstock-Ausrüstung im Koffertrai- ler dürfte gut 40 Jahre alt sein. Zunächst erfand jemand die Schlüssellock-Bleche für die Innenseiten von Trockenfracht-Koffern, die man für den Hängeversand von Beklei- dung benötigte. Schnell wurde herausge- funden, dass man statt der Kleiderstangen auch Doppelstock-Querbalken im 1.200 mm Abstand entsprechend der Paletten- länge einbauen kann.
Beim Kühlkoffer bereitete der Ein- bau von Doppelstock-Schienen an den Seitenwänden erst einmal Probleme. Man war gezwungen, die Schienen in den Seitenwänden zu versenken. Denn auftra- gende senkrechte Schienen sind im Lade- geschäft sehr unerwünscht. Das ist herstel- lungstechnisch nicht einfach. Vor allem die Metalldeckschicht-Verwender hatten mit
FNA-Flexiliner von Langendorf
dem Einpressen der Sicken zu kämpfen. Heute kleben sie ihre Schienen mit einer Abweichung in der Breite von höchstens 1 mm auf 2,5 m Schienenhöhe.
Kritiker der Doppelstock-Balken- sammlung im Kühlkoffer weisen auf den Umstand hin, dass die Balken selten ver- wendet werden und bei Mehrtemperatur-
Einsätzen das Positionieren der Trenn- wände behindern. Dieser Einwand ist aber vergleichsweise harmlos gegenüber der Frage, warum Kühlkoffer in Zentraleuropa einen Palettenkasten benötigen, nur weil hier Paletten getauscht und verstaut wer- den. Auf diesen Unfug ist der Rest der Welt bis heute nicht gekommen.
BODEN STATT BALKEN
Ein Standard-Koffertrailer mit 2,7 m Innenhöhe und einem zweiten Ladeboden erlaubt keine Be- und Entladung durch Flurförderzeuge, es sei denn, sie sind fern- gesteuert. Denn eine hydraulisch abge- senkte obere Plattform lässt sich durch einen Staplerfahrer noch beschicken, nach dem Liften dieser Plattform ist die untere Abteilung nur mit Maschinentechnik zu be- und entladen.
Diese aufwändige Flurfördertechnik wird nur selten eingesetzt. Denn es gibt Al- ternativen. In Zentraleuropa mit dem 4-m- Höhenlimit ist das der Doppelstock-Sattel und Einzelradaufhängung mit zweimal 1,8 m Ladehöhe. In Ländern ohne dieses Limit ist es der Stufensattel mit Tiefladerberei- fung. Eine Untersuchung an der Universi- tät Edinburgh (Alan McKinnon/Heikki Li- matainen et al.: Double-deck trailers: A cost-benefit model estimating environ- mental and financial savings. 2011). Nach
  Krone-Megaliner mit Doppelstock-Boden
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