Page 74 - Trailer-Journal 2020/2021
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                              BAU
Kipper | Komponenten
   SIEBEN KLASSISCHE SÜNDEN
Beim Erwerb eines Kipperfahrzeuges werden immer die gleichen Fehler gemacht. Erstens: das Fahrzeug ist in Sachen Nutzlast zu klein. Zweitens: die Kippbrücke ist vom Volumen her zu klein. Drittens: das Fahrgestell ist „light“ auf Straßenbetrieb eingerich- tet, wird aber im Gelände eingesetzt. Viertens: eine Rollplane ist im Kurz- strecken-Betrieb viel zu zeitraubend. Fünftens: Im Geländebetrieb ist eine Reifendruck-Kontrolle mit Nachspei- sung sinnvoll. Sechstens: Luftfeder- Fahrwerke, deren Bremszylinder bis unter die Felge reichen, sind für Kipper ungeeignet. Im Zweifel ist es sinnvoll, Trommelbremsen zu ordern (die im Zeitverhalten dank EBS nicht schlechter sind als Scheibenbremsen). Siebtens: Wäre der Gesetz- und Ver- ordnungsgeber sachkundig, dürfte es Kipper ohne mechanisiertes Planen- system nicht mehr geben.
 Urahn: Meiller-Kipper mit Zentralrohrrahmen
ter der Fronthebepresse verstärken nur die Stirnwand, da die Kräfte vollständig über den offenen Kasten abgefangen werden.
Die Aluminium-Mulden werden mit der gleichen Technik hergestellt: Bodenplatte mit Querträgern, Untergurt zur Aufnahme der Seitenwände, diese wiederum durch
Spanten verstärkt. Die Alu-Kiste hat noch die Variante mit extrudierten Hohlprofil- Seitenwänden. Der KFZ-Anzeiger fand vor 25 Jahren mit einer modifizierten 1.000 bar Karosseriepresse heraus, dass in Sachen Durchbiegung die Alu-Hohlprofilmulde der Spantenmulde überlegen ist. Anders ist es beim Verschleiß: Hier benötigen beide Varianten den Auftrag von Zusatzblechen, um die Abnutzung einzuschränken.
RUNDMULDEN
Vor 40 Jahren entwickelte das Unter- nehmen Guillaume in Frankreich eine Stahl-Rundmulde mit hydraulischer Heck- klappe. Diese als „Gesteinsmulde“ be- zeichnete Konzept wurde in Deutschland zehn Jahre später (auf der IAA 1996) von zahlreichen Anbietern ebenfalls vorge- stellt, entweder in Guillaume-Lizenz oder als Eigenentwicklung, zum Beispiel von Carnehl mit der zweiteiligen Wanne und der Schweißnaht in Mitte-Längsrichtung und SSAB-Hardox-Tafeln.
Aus der Stahl-Rundmulde wurde später die Alu-Rundmulde entwickelt. Deren Ver- breitung ist offensichtlich deutlich gerin- ger, denn die Abraum- und Felsfähigkeit ist deutlich geringer, und der Nutzlastvorteil muss gegen die Schadenanfälligkeit aufge- rechnet werden.
Eine Sonderform der Alu-Rundmulde ist die „Badewanne“. Erfunden von Fru- ehauf in den USA als „bathtub“, ist es die
         Menci-Rundmulde mit Asphalt-Isolierung
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TIPP



















































































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