Page 83 - Trailer-Journal 2020/2021
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                   Hiab-Hakenlift mit Hiab-Ladekran
das Umleeren von Behälter zu Behälter. Aus Schweden stammt die Endlos-Dreh- vorrichtung, um Mulden in jeder Position absetzen zu können. Einen ähnlichen Ef- fekt erzielen Z-Ausleger.
Aktuelle Absetzkipper sind mit Funk- fernsteuerung und Folgeschaltungen aus- gestattet. Dadurch werden Bedienungs- fehler vermieden, und der Muldenfahrer befindet sich außerhalb des Gefahrenbe- reichs. Die deutsche Unfallversicherung verlangte vor Jahren, dass die Kippfunktio- nen nur außen am Fahrzeug durchgeführt werden dürfen.
ABSETZMULDEN
Das Fehlen frühzeitiger Normung hat zu einem „Zoo“ von Mulden-Abmessungen und -Nutzlasten geführt. Erkennbar ist das an der recht späten Normung (2010) in DIN 30720 Teil 1 und 2 – mit Aufhängezapfen- Abständen von 1.100, 1.400 und 1.700 mm sowie Bodenbreiten von 1.650 bis (außer der Norm) 2.000 mm. Das Problem mit der Festlegung der Mulden wurde anfangs
mit der Verfahrensweise angegangen, der Fahrer müsse nach der Aufnahme der Mulde die Ketten so verkürzen, dass ein Ausschwingen in den Längsrichtungen unterbunden wird. Untersuchungen aus Schweden führten zur Festlegung von Prallwänden hinter der Absetz-LKW-Kabi- ne.
→ Das Fehlen einer frühzeitigen Normung hat zu einem bunten „Zoo“ von Abmessungen und Nutzlasten bei den Mulden geführt.
Die VDI-Richtlinie 2700 Blatt 17 forder- te dann verstellbare Keile in Längs- und Querrichtung der Mulde. Die Handhabung war nicht einfach – wegen des schmalen Durchgangs zwischen Mulde und Schwen- karm – so dass Stand der Technik heute die
VDL-Hakengerät
von vier Seiten hydraulisch geklammerte Mulde ist.
Damit entfallen auch Maßnahmen zur Ladungssicherung mit seitlich zu platzie- renden Ketten oder Gurten in X-, Y- oder Doppel-I-Version. In den Diskussionen um die seitlichen Festlegungen wurde gern vergessen, wie schmal der Arbeitsbereich für den Fahrer ist, wie viel Zeit eine sach- gerechte Festlegung der Mulden auf dem LKW kostet und wie präzise diese ist.
ABROLLER
Das erste System zum Absetzen und Auf- nehmen von Mulden in Fahrzeugbreite stammt von Manno, Martli und Mikko Terho in Finnland. Die drei Brüder grün- deten die Autolava Oy und patentierten ihr Seil-Abgleitsystem im Jahre 1947. Diese Technik muss die Mitstreiter sehr beein- druckt haben, denn sowohl Marrel als auch Meiller experimentierten später mit Seil- geräten. Das Terho-Multilift-System wurde erst technisch vereinfacht, als Mikka Ter- ho 1963 einen einfachen Hydraulikmotor
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